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01. Juli 2011

Gastkommentar von Captain Alex Cornelissen, Leiter von Sea Shepherd Galapagos

Letztes Jahr unterzeichneten Honduras und der mikronesische Inselstaat Palau auf der Hauptversammlung der Vereinten Nationen einen gemeinsamen Vertrag, der den kommerziellen Haifang in ihren Gewässern verbietet. Diese Erklärung zeigt einen großen Weitblick dieser beiden Länder, die stark auf den Tauchtourismus angewiesen sind. Jetzt hat Honduras noch größeren Weitblick bewiesen, indem es diesen Gesetzesentwurf in ein Gesetz verwandelt hat, welches die gesamte Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) von Honduras zu einem permanenten Schutzgebiet machen wird. Die AWZ erstreckt sich von der Küste des Pazifiks als auch der karibischen Seite von Honduras über 200 Seemeilen (SM). Insgesamt umfasst dieses Gebiet 92.000 SM.

Erleben wir jetzt endlich eine Veränderung der Politik in Bezug auf den Haischutz? Das hoffe ich wirklich, denn viele Haiarten werden innerhalb der nächsten zehn Jahre aussterben, wenn nichts gegen das andauernde Gemetzel in unseren Weltmeeren getan wird, um die beständige Nachfrage nach Haifischflossensuppe zu befriedigen. Man schätzt, dass jedes Jahr 74 bis 100 Millionen Haie nur wegen ihrer Rückenflossen getötet werden. Da Haie sich langsam fortpflanzen, wenig Nachkommen haben und spät geschlechtsreif werden, hat dies zur Folge, dass sich ihre Bestände unmöglich erholen können. Verständlicherweise sinken die Bestände rapide und nähern sich immer mehr der Auslöschung.

Auch wenn der Grund für die Ausweisung des Schutzgebietes nur auf wirtschaftlichen Interessen beruht, könnte sich der Tauchtourismus als unser stärkster Verbündeter bei unseren Schutzbemühungen erweisen. Natürlich sollten Haie vollen Schutz genießen, weil sie einen unschätzbaren und nicht ersetzbaren Wert für die Meere haben, aber wenigstens beginnen wir jetzt zu begreifen, dass sie aus wirtschaftlicher Sicht besser lebendig als tot sind.

Eine Studie, die kürzlich von Universität von Westaustralien durchgeführt wurde, stellte den hohen Wert einzelner Haie (bis zu 2 Millionen während ihrer Lebenszeit) in Bezug auf den Tauchtourismus in Palau heraus. Wenn wir diesen Wert nur als Schadensersatz bei Gerichtsverhandlungen gegen illegale Fischer erheben könnten, dann wäre das wirklich sehr abschreckend.

Die Beliebtheit der Haie wächst immer mehr. Obwohl sich die meisten Länder immer noch auf eine bestandserhaltende Politik konzentrieren, ist die Sea Shepherd Conservation Society der Auffassung, dass sie vollen Schutz genießen müssen, so wie es auf Honduras der Fall ist. Mehrere Mitglieder der APIL (Association of Pacific Island Legislatures) inklusive Palau, Hawaii, der Commonwealth der Nördlichen Marianen und Guam haben Schutzgesetze erlassen, die den Besitz, den Verkauf, das Anbieten, den Handel und das Verbreiten von Haifischflossen verbietet. Die Hauptversammlung der APIL forderte ihre übrigen Mitglieder dazu auf, ähnliche Gesetze für ein gemeinsames Regionalverbot zu erlassen.

APIL besteht aus den folgenden Staaten: Nördliche Marianeninseln, Guam, Palau, Yap, Chuuk, Pohnpei, Kosrae, den Marshallinseln, Kiribati, Amerikanisch-Samoa, Nauru und Hawaii.

Gleichzeitig haben die us-amerikanischen Staaten an der Westküste, nämlich Oregon, Kalifornien und Washington alle Gesetze erlassen, die den Handel und das Verbreiten von Haifischflossen verbieten.

Auf den Fidschi entwirft die Fischereibehörde gerade ein Gesetz, um den Handel mit Haifleisch zu verbieten. In Teilen Kolumbiens wurde sämtlicher Haifang verboten und in Mexiko wurde ein Fangverbot für sämtliche Haiarten zwischen Mai und August eines jeden Jahres erlassen, das sich auf die Gewässer vor den beiden Küsten des Landes bezieht.

Wenn es um den allgemeinen Meeresschutz geht, sind wir immer noch weit von dem Ziel entfernt, welches vor zehn Jahren festgelegt wurde. 2002 verpflichteten sich die CBD (Convention on Biological Diversity) und der World Summit on Sustainable Development zehn Prozent der Weltmeere bis zum Jahre 2012 unter Schutz zu stellen. Bis dahin sind es nur noch ein paar Monate und man schätzt, dass jetzt etwa ein bis zwei Prozent einen gewissen Schutzstatus haben und nur 0,1 Prozent als Zonen ausgewiesen sind, in denen menschliche Eingriffe völlig untersagt sind.

Wir können nur hoffen, dass die Schutzmaßnahmen für die Haie noch schneller ausgeweitet werden, wenn wir diese Spitzenprädatoren vor ihrer Ausrottung bewahren wollen.






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