• Simple Item 13
  • Simple Item 12
  • Simple Item 5
  • Simple Item 7
  • Simple Item 11
  • Direct Action Crew 2
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7

13. April 2011


Kommentar von Captain Paul Watson

Die Farley Mowat zwischen kanadischen EisschollenEin Schiff in den Ruhestand zu versetzen, kann eine ziemlich teure Angelegenheit sein, es sei denn, man kennt eine Methode, die jemand anderen diese schmutzige Arbeit für einen erledigen lässt. Sea Shepherd nimmt daher einen Service der kanadischen Regierung in Anspruch. Das erste Mal, als wir 1992 die Sea Shepherd II zur Ruhe gebettet haben und ebenso 2008, als die Farley Mowat in Rente ging.

Es handelt sich um eine Methode, die drei Vorteile bietet: Erstens werden so die Mittel gestellt ein Schiff zu entsorgen, das zu einer Belastung für uns geworden ist und das kostenlos. Zweitens kann auf diese Weise ein letzter werbewirksamer Protest gestartet werden und drittens kann das Ganze zu einem Geschenk werden, das einen immer wieder aufs Neue beschenkt.
Wir haben der kanadischen Regierung bei zwei verschiedenen Gelegenheiten einen Klotz ans Bein gebunden. Wir bringen sie dazu, unser Schiff zu beschlagnahmen und überzeugen sie davon, dass es ihre Idee war, es zu tun. In einem anfänglichen Siegestaumel erheben sie selbstgefällig Gebühren und Zahlungsforderungen. Doch diese Selbstgefälligkeit wandelt sich zu Verwirrung, wenn sie begreifen, dass es gar nicht unsere Absicht ist, diese Gelder aufzubringen. Die Verwirrung wird zur Blamage, wenn sie begreifen, dass die Unterhaltskosten für das Schiff nun zu ihren Lasten gehen.

Diese Woche wurde die Farley Mowat in Lunenburg, Nova Scotia, in Gewahrsam genommen, wo sie gerade an einem Anleger der Regierung ankert. Passenderweise genau am 1. April hat der Sheriff, eine Beschlagnahmungsorder an der Tür zur Brücke befestigt.

Die Waterfront Development Corporation, ein Unternehmen, das zur Provinzregierung gehört, leitete letzten Monat rechtliche Schritte gegen „die Besitzer und alle anderen Personen“ ein, „die etwas mit dem Schiff zu tun haben.“

Gemäß der vor Gericht eingereichten Dokumente verlangt das Unternehmen 29.410,96 Dollar an unbezahlten Kaigebühren für den Zeitraum zwischen dem 6. März und dem 15. Dezember 2010. Im Falle des Unterlassens dieser Zahlung ersucht das Unternehmen die Erlaubnis für „Bewertung und Verkauf“ des Schiffs. Da das Schiff nicht mehr Eigentum von Sea Shepherd ist, ist das Ganze nicht unser Problem. Die derzeitigen Besitzer kauften es für 5000 Dollar auf einer Regierungsauktion, mit der Absicht es zu reparieren und wieder seetüchtig zu machen. Doch ihnen ging das Geld aus und wie es scheint, haben sie das Schiff zurück gelassen.

So hat sich die Regierung ein weiteres Mal die Aufgabe aufgehalst, ein ausgedientes Sea Shepherd Schiff leer zu räumen. Das alles drei Jahre, nachdem die kanadische Regierung das Schiff im Sankt Lorenz Golf konfisziert hatte, wo es bei der prestigeträchtigen und ruhmreichen Tradition störte, Babyrobben zu erschlagen.

Der kanadische Minister für Fischerei, Loyola Hearn, war ein leicht zu manipulierender Politiker. Er war ein treuer und aufbrausender Unterstützer der neufundländischen Angewohnheit, Robben zu erschlagen und hatte geschworen, die armen, kleinen Robbenfänger vor Schlägertypen wie uns zu schützen, die die Robbenbabys vor ihren Knüppeln bewahren wollen.

Also entsandte ich die Farley Mowat ins Eis – unter dem Kommando des niederländischen Kapitäns Alex Cornelissen und des Ersten Offiziers Peter Hammarstedt aus Schweden. Ich war nicht an Bord, da ich kanadischer Staatsbürger bin und somit der kanadischen Regierung die Möglichkeit gegeben hätte, mich juristisch zu kreuzigen. Was ich bezweckte, war, dass ein in Europa zugelassenes Schiff mit einer europäischen Besatzung Aufmerksamkeit auf die Robbenjagd lenkte und so der Europäischen Union bei der Entscheidungsfindung half, Produkte aus der Robbenjagd zu verbieten.

Wie vorherzusehen war, reagierte Hearn über und attackierte die Farley Mowat mit einem schwer bewaffneten SWAT-Team der Royal Canadian Mounted Police. Wir hätten uns keine bessere Publicity wünschen können. Die Bilder, wie sie in voller Kampfmontur mit automatischen Waffen herumfuchteln, waren unbezahlbar.

Die Farley Mowat wurde beschlagnahmt und Kapitäns Alex Cornelissen sowie der Erste Offizier Peter Hammarstedt wurden der schrecklichen Anklage ausgesetzt, das Abschlachten einer Babyrobbe beobachtet zu haben. Die Farley Mowat löste sie mit einer Summe von 10.000 Dollar aus, die in Form von Zweidollarmünzen entrichtet wurde, die wir „Doubloons“ nennen, da eine kanadische Dollarmünze „Loon“ oder „Loony“ genannt wird, was bedeutet, dass kanadische Banken voll von Verrückten sind. („Doubloons“, zu deutsch Dublonen, sind eine alte spanische Münzeinheit, das englische Wort „loony“ bedeutet außerdem „verrückt“, „Doubloons“ sind also doppelt Verrückte. Anm. d. Ü.)

Cornelissen und Hammarstedt wurde es aufgrund von Einwanderungsbestimmungen untersagt, nach Kanada einzureisen, um sich vor Gericht zu verantworten. So fand der Prozess ohne sie statt. Letztlich wurden sie zu einer Strafzahlung von 45.000$ verurteilt, da sie das Land aber nicht betreten konnten, mussten sie die Strafen auf nicht zahlen.

Die Regierung informierte mich daraufhin arroganter Weise, dass ich eine Gebühr von 75.000$ für die Rückgabe des Schiffes zu bezahlen hätte. Ich antwortete darauf, dass ich kein Interesse daran hätte.

Ein Jahr später erreichte mich eine Rechnung der Regierung von 750.000$ für Kaigebühren und Bewachung des Schiffs. Dann teilte man mir mit, dass ich eine Million Dollar würde zahlen müssen, wenn ich die Schulden nicht begliche und das Schiff entfernte. Ich ignorierte diese Zahlungsaufforderung ein weiteres Mal.

Daraufhin veranlasste die Regierung, dass das Schiff verkauft werden sollte, um die Kosten wieder reinzuholen, ohne dass das Schiff überhaupt Bestandteil einer Gerichtsverhandlung geworden wäre. Ich veröffentlichte eine Pressemitteilung in der ich anmerkte, dass ich das Schiff als Eigentum von Sea Shepherd ansähe und, sollte es gekauft werden, es zurückstehlen würde. Nicht, dass wir es gewollt hätten, aber wir wollten potentieller Käufer abschrecken.

The Farley Mowat awaiting her fate at a Canadian portDie Farley Mowat harrt in einem kanadischen

Hafen ihrem Schicksal

Letztendlich wurde das Schiff für 5000 Dollar an eine Umweltschutzorganisation aus Oregon verkauft. Wir beschlossen mit ihnen zusammenarbeiten. Leider gingen die neuen Besitzer Pleite und ließen das Schiff in Lunenburg zurück, wo es noch immer liegt, nun wieder in Regierungsgewahrsam. Es schlägt noch immer politische Wellen und blamiert weiterhin das kanadische Ministerium für Fischerei und Ozeane.

Unser Ziel, die Robben-Problematik in Europa zum Thema zu machen, wurde mit großem Erfolg erreicht und trug tatsächlich zu der Entscheidung der Europäischen Union bei, Produkte aus Robbenfell zu verbieten. So wurde der Robbenfang-Industrie der Teppich unter den Füßen weggezogen und der kommerzielle Fang heruntergefahren. Seitdem hat die kanadische Regierung Millionen für den fruchtlosen Versuch ausgegeben, die Entscheidung der Europäischen Union zu kippen.

Schande über dich, wenn du mich reinlegst; Schande über mich selbst, wenn du mich zweimal reinlegst

Die kanadischen Bürokraten und Politiker sind nicht gerade für ihre Intelligenz bekannt. Der Präsident des Schatzamtes, Stockwell Day, glaubt, dass die Dinosaurier ausgestorben seien, weil sie es nicht auf Noahs Arche geschafft hätten. Der Generalgouverneur isst gerne rohe Robbenherzen im Fernsehen und der ehemalige Premierminister Jean Chretien glaubte, dass man Pfefferspray zum Würzen von Steaks verwende, während ein Vorgänger von ihm, William Lyon MacKenzie King, sich dazu entschloss, mit dem Geist seiner toten Mutter in Kontakt zu treten. Meine eigene Erfahrung mit der kanadischen Regierung ist, dass sie ganz einfach zweimal auf den gleichen Trick hereinfallen kann.

1992 befahl Kanada meinem Schiff, der Sea Shepherd II in den Hafen von Ucluelet auf Vancouver Island einzulaufen. Ich kam gerade aus dem Nord-Pazifik und war auf dem Weg nach Seattle, wo ich das alte Schiff ausmustern wollte, wobei ich fürchtete, dass mich dies mehrere hunderttausend Dollar kosten würde. Ich war nicht genötigt, in Ucluelet einzulaufen, denn die Regierung besaß keine rechtliche Grundlage, mich dazu zu zwingen. Aber ich erkannte die Gelegenheit und so fuhr das Schiff in der Begleitung eines Lotsen in den Hafen ein, wo sich unverzüglich die Mounties und der kanadische Zoll auf uns stürzten. Sie brachten Hunde und allen möglichen anderen Schnickschnack mit, um das gesamte Schiff auf Waffen und Drogen hin zu durchsuchen. Natürlich fanden sie nichts und so teilten sie uns mit, dass wir wieder fahren konnten. Der Lotse präsentierte mir dann aber eine Rechnung von 7.500$. Ich teilte ihm mit, dass ich keine Absicht hätte, diese zu begleichen, da ich den Hafen auf Aufforderung der kanadischen Regierung angesteuert hätte. Der Lotse entgegnete daraufhin, dass, sollte ich die Gebühr nicht bezahlen, mein Schiff den Hafen nicht verlassen dürfe. Ich bekräftigte, dass ich keine Absicht hätte, die Gebühr zu entrichten.

Ich entsandte unser Schiff Sirenian in den Hafen und wir brachten alles von Wert von Bord und ließen drei Schiffe unseren Treibstoff und unser Öl abpumpen. Dann ließen wir die Sea Shepherd II vor Anker zurück. Die Regierung wollte uns vor Gericht zerren, damit wir die Gebühr entrichteten, aber wir erschienen nicht zur Verhandlung. Der Richter bestimmte, dass wir nur den halben Betrag zahlen müssten, da sich die Gebühr auf Ein- und Ausfahrt bezog, wir den Hafen aber nicht verlassen hätten. Wir ignorierten den richterlichen Beschluss.

Ich kehrte dann nach Ucluelet zurück und verkaufte das Schiff für 5.000 Dollar an einen Kerl in einer Bar. Leider starb er sechs Monate später bei einem Kajakunfall und das Schiff verblieb im Hafen. Einmal zersprang die Ankerkette und es zerstörte beinahe den örtlichen Jachtanleger. Schließlich, nach zehn Jahren, wurde das Schiff auf Regierungskosten aus dem Hafen geschleppt und nach Victoria gebracht, wo es gereinigt und zerlegt wurde. Die ganze Geschichte hat die Regierung über eine Million Dollar gekostet und alles nur, weil sie versucht hatte, uns um 7.500$ zu erleichtern.

Dann, 18 Jahre später, fallen sie ein zweites Mal auf die gleiche Masche rein.

Ich frage mich, ob, sollte ich noch einmal ein Schiff loswerden wollen, ich den Service der kanadischen Regierung wieder nutzen kann. Ich möchte wetten, dass ja. Die derzeitige Ministerin für Fischerei, Gail Shea, ist dümmer als alle vorherigen Fischereiminister zusammengenommen. Kürzlich hat sie die Quote für Robben auf eine halbe Million angehoben, obwohl gar kein Markt für die Pelze existiert. Selbst die Robbenfänger schütteln darüber ihre Köpfe, da sie einsehen, dass es sinnlos ist, Robben zu töten, wenn man ihre Pelze nicht verkaufen kann. Aber Shea sitzt in Ottawa und in Kanada ist das in etwa so weit von der Realität entfernt, wie nur möglich.






Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok