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02. April 20

Das kanadische Robbenschlachten und was ich wirklich darüber denke!

Kommentar von Captain Paul Watson

“Mr. Speaker, Ich möchte, dass diese 6 Millionen Robben, oder wie viele auch immer es davon gibt, getötet und verkauft oder vernichtet und verbrannt werden. Es ist mir egal was mit ihnen passiert... je mehr sie töten, desto besser werde ich es finden."

- John Efford, früherer Fischereiminister Neufundlands und Bundesminister des Ministeriums für Natürliche Resourcen

Es gibt nur ein Wort, die diesjährige Robbentötungsquote der kanadischen Regierung zu beschreiben und dieses Wort ist „Irrsinn“. Das Vorhaben der Regierung ist außerdem sehr dumm und unreif.

Um die ökologisch unwissenden Fischer zu beschwichtigen, die durch die schwerwiegende Unfähigkeit des kanadischen Fischereiministeriums (Department of Fisheries and Oceans - DFO) verarmt sind, hat die Regierung die Quote mit 468.200 Sattel-, Kegel- und Mützenrobben so hoch angesetzt wie noch nie zuvor. Damit ist die Quote um 148.200 höher als die lächerlich hohe Quote von 330.000 im Jahre 2010.

Komischerweise setzt die Regierung die Quote jedes Jahr höher an, obwohl die eigentlichen Tötungen jedes Jahr zurückgehen. 2007 war die DFO-Tötungsquote 275.000 und die tatsächliche Quote belief sich auf 82.800. 2008 erhöhte das DFO die Quote auf 280.000 und erlaubte den Robbenjägern, in ihrem letzten wirklichen Versuch, 217.800 Robben aufgrund drastisch erhöhter Subventionen und der Unterstützung der Regierung durch den früheren Fischereiminister Loyola Hearn zu töten. Doch 2009 sank die tatsächliche Tötungsquote, trotz der Festsetzung auf 280.000 auf 72.400. Letztes Jahr erhöhte das DFO die Quote auf die Rekordhöhe von 330.000 und die Robbenjäger töteten so wenige Tiere wie noch nie: 67.000.  

Die derzeitige Fischereiministerin Gail Shea hätte die Quote auf eine Million als ihre derzeitige Fantasieanzahl abgeschlachteter Robben festsetzen können, aber ohne tatsächlichen finanziellen Anreiz werden die Robbenjäger auch dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr als 100.000 Robben töten.

Was also ist der Grund für das Erhöhen der Tötungsquoten, wenn die tatsächliche Anzahl getöteter Robben weit unter der festgelegten Quote der Regierung liegt? Und warum sind die beiden Zahlen so weit voneinander entfernt? Ich werde ihnen eine Antwort als Kanadier geben.

Fernsehdebatte zwischen Captain Paul Watson und Céline Hervieux-Payette am 22. März 2006

Zwischen den Keulen schwingenden Robben-Serienkillern und dem widerwärtigen politischen Abschaum, der sich in den Gängen von Kanadas Parlament herumtreibt, liegen Welten. Die Robbenjäger sind in gewisser Weise praktisch orientiert und stehen mit beiden Beinen auf der Erde, was die Realität ihrer ökonomischen Umgebung anbelangt, während die Politiker und Bürokraten in einer Fantasiewelt des Posierens leben, wo die Kosten für Treibstoff, Pelzpreise, die Gefahren durch das Eis und das Klima keine Rolle spielen.

Die Politiker und besonders die unfähigen Bürokraten, die das kanadische DFO leiten, sind ein ärmlicher Haufen von rachsüchtigen, oberflächlichen und kleinkarierten Leuten. Sie haben beschlossen, dass das Robbenschlachten eine kulturelle Tradition Kanadas ist und dass die Unterstützung von Verbrechern mit Keulen ein patriotischer Akt ist, oder, um es auf den Punkt zu bringen, sie hoffen bei der nächsten Bundestagswahl ihre Stimmen zu bekommen.

Mama und Apfelkuchen und Babys küssende Politiker stehen für Amerika. Für Kanada sind es Baby-Schläger, Robbenflossenkuchen und Babyrobben erschlagen. Fast vier Jahrzehnte lang haben die Neufundländer das „Goofy Nufie Doofus Department“ (A. d. Ü.: in etwa: vertrotteltes Idiotenministerium Neufundlands) kontrolliert, das auch als DFO bekannt ist. Die Neufundländer haben die meisten Bürokraten im DFO angestellt und die meisten Fischereiminister stammen von „the Rock“.

Es stimmt, dass vier Provinzen am Abschlachten beteiligt sind. Nova Scotia und meine Heimatprovinz New Brunswick schlachten Robben, während die fieseste und barbarischste Gruppe von Mördern die Einwohner der „Maganderthal“-Inseln am Sankt-Lorenz-Golf sind. Aber die größte Gruppe von Keulen schwingenden, jammernden Barbaren sind die Neufundländer. Nun, nicht alle Neufundländer sind Verbrecher und Babyrobbenschlächter, aber viele Neufundländer haben das Massaker im Namen der unklaren Vorstellung gerechtfertigt, dass das Töten von Babyrobben die Grundlage der neufundländischen Identität ist. Die Amerikaner haben Baseball, die Australier Kricket, die Japaner Sumo Wrestling und die Neufundländer das Erschlagen von Babyrobben.

Es ist wirklich peinlich Kanadier zu sein und mit dieser beschämenden Horrorshow in Verbindung gebracht zu werden, besonders, wenn man bedenkt, dass die „Maganderthaler“ Robbenblut trinken und ein Kreuz auf ihre Köpfe malen, als eine Art ritualistischer Affenzirkus des Erwachsenwerdens. Zu diesem Blödsinn kommt noch ein Generalgouverneur hinzu, der diese Barbarei auch im 21. Jahrhundert am Leben erhalten hat, indem er im internationalen Fernsehen eine rohes Robbenherz aß, wo der wahre Norden, stark und frei, von Ihrer Exzellenz Michaëlle Jean, der offiziellen Vertreterin von Queen Elisabeth II. treu verteidigt wurde, indem Robbenblut von ihren Lippen tropfte, als sie lächelte. Ich war so stolz an diesem Tag ein Kanadier zu sein – so richtig stolz.

Wie diese Blutorgie der Ostküste überhaupt in irgendeinem traditionellen Sinne stellvertretend für ganz Kanada sein kann, wäre ein Rätsel, wenn es nicht Tatsache wäre, dass die kanadische Bundesregierung den Westen Kanadas schon immer abgelehnt hat. Die kanadische Flagge zeigt dies auf eine sehr deutliche Weise durch das Ahornblatt, denn diesen Baum gibt es westlich von Ontario nirgends.

Ich bin Kanadier und Seemann und wuchs in einem Fischerdorf von St. Andrews-by-the-Sea an der Passamaquoddy Bucht in New Brunswick (A. d. Ü.: Neubraunschweig) auf. Wir Neubraunschweiger werden „Heringswürger“ genannt, die Einwohner von Nova Scotia sind als „Blaunasen“ bekannt, die Menschen auf den Prince Edward Inseln nennt man „Kartoffel-Insulaner“ und die Menschen in Newfoundland werden werden „Nufies“ oder „Newfies“ genannt. Einige Leute haben mich tatsächlich als Rassisten bezeichnet, doch keiner von ihnen kommt aus den kanadischen Seeprovinzen, denn sonst hätten sie es besser gewusst. Das ist natürlich lächerlich, da sich die Bewohner der Seeprovinzen über ein Jahrhundert lang untereinander selber so bezeichnen.

Nun, unter dem Namen “Heringswürger” möchte ich zwar nicht bekannt sein, aber es stört mich nicht, genauso wenig wie als „Canuck“ (A. d. Ü.: Frankokanadier) bezeichnet zu werden. Alle anderen Kanadier, die ich kenne, haben auch kein Problem damit, wenn sie nicht Hockeyfans sind, die nicht für die „Vancouver-Canucks“ sind. Und als Heringswürger, der in einem Fischerdorf aufgewachsen ist, wurde ich direkter Zeuge, wie die Fischgründe Ostkanadas unter der extremen Misswirtschaft der legendären Legion fauler Lügner, aus denen das DFO der Regierung besteht, immer kleiner wurden.

Die gleiche Regierung leitete die völlige Zerstörung des größten Fischereizweigs der Erde – der Kabeljaufischerei an den Grand Banks von Neufundland. Durch die Kapitulation vor der unersättlichen Gier der Fischereiindustrie wurde eine ganze Art ausgerottet, wodurch das gesamte marine Ökosystem von Ostkanada gemindert wurde.

Die Fischereiminister Romeo LeBlanc, John Crosbie, Brian Tobin, Loyola Hearn, und Gail Shea sind die schlimmsten der überheblich unwissenden und schwachsinnigen Minister, die dieses ökologische Verbrechen gegen die Menschheit von 1976 bis zum heutigen Tag geleitet haben. Und sie werden immer dümmer und Shea ist die grausamste, unfähigste Robben erschlagende und Natur zerstörende Höhlenbewohnerin von allen.

Als ich vor einigen Jahren mit Senator Céline Hervieux-Payette in der CBC-Show von Mike Duffy diskutierte, musste ich mir anhören, wie sie solchen Schwachsinn vom Stapel ließ, dass „die Robbenjagd die humanste und am besten regulierte Jagd auf Wildtiere weltweit ist.“ Jeder, der die Robbenjagd gesehen hat, weiß, dass solche Aussagen ein Haufen Biberscheiße sind. Die Senatorin hat zugegeben, die Jagd noch nie gesehen zu haben, dass ihr die Fischereibürokraten aber „berichtet haben“, dass die Jagd „human und gut reguliert sei und dass ihr diese Aussage genügen würde.“

Tatsächlich erfordert der Job eines Senators in Kanada weder Intelligenz noch Fähigkeiten. Kanadische Senatoren werden vom Premierminister auf Lebenszeit eingesetzt, im Gegenzug für erwiesene Gefälligkeiten, die alles umfassen, von Mäzenatentum oder Golffreundschaften bis zu, in diesem speziellen Fall des Senatorenpostens, mit der richtigen Person zu schlafen, wie zum Beispiel einem ehemaligen Premierminister.

Ich sah die erste getötete Robbe, als ich zehn Jahre alt war. Damals sagte ich, wie ich es auch heute noch sage, dass diese sinnlose Abschlachterei, diese entsetzliche blutige Obszönität, der peinlichste Schandfleck im Wappen Kanadas in unserer gesamten Geschichte ist. Ich wurde das erste Mal 1976 Zeuge der Massenabschlachtungen in all ihrer blutrot befleckten eiskalten Abscheulichkeit, und dann immer wieder bei zahlreichen Gelegenheiten seit dieser Zeit. Ich habe Robbenschlächtern Schlagstöcke aus den Händen gerissen, ich habe mit ihnen auf dem Eis gekämpft und zu Lande. Ich habe meine Schiffe in das Packeis gebracht, ihre Häfen blockiert und ihre Schiffe von den Schlachtfeldern vertrieben. Ich wurde von ihnen geschlagen und habe in Notwehr einige von ihnen niedergeschlagen. Ich wurde mein Leben lang Zeuge der unfaßbaren Grausamkeit und Dummheit dieser babymordenden Monster und ich tat alles, was in meiner Macht steht um dieses beschämende Schrecknis zu beenden, das Kanada durch seine Geschichte hindurch verschandelt, eine blutige Geschichte, die mit dem Völkermord an unseren eingeborenen Völkern begann, die den Biber massakrierte, den Seenerz, den Riesenalk, den Neufundland-Wolf , die Labrador-Ente und so viele andere Arten in die Ausrottung getrieben hat.

Ich habe keinen Respekt für die traditionelle sogenannte Kultur des Fischens der atlantischen Provinzen. Als Kind sah ich sie das Öl aus ihren Kielräumen über Bord pumpen, ihren Plastikmüll und alten Netze ins Meer schmeißen und alles abschießen, was sich im Wasser bewegte oder über es hinwegflog, bloß zum Spaß. Stadtmenschen können die Fischer bewundern, wenn sie wollen, aber ich wuchs mit ihnen auf, ich sah sie, und ihren Fang jeden Tag und mir wurde in jungen Jahren klar, dass dies Männer waren, wie ich keiner werden wollte.

Wenn Kritiker sagen, dass ich sie respektieren sollte, dann kann ich nur erwidern – warum sollte ich? Ihr Verhalten ist hinreichend dokumentiert, in Büchern wie Sea of Heartbreak und Over the Side Micky des neufundländischen Autors Michael Dwyer, The Living Ice des Autors von den Magdalenen-Inseln Pol Chartraine, oder Vikings of the Ice aus Neu England Arthur England. Und die gesamte Historie dieser Vernichtung der natürlichen Balance der Natur ist gut dokumentiert in Sea of Slaughter von Farley Mowat.

The aftermath of a bloody seal slaughter

Die Robbenschlächter Kanadas sind ökologische Verbrecher und die Politiker, die diese Schlächterei zugelassen haben, sind noch schlimmer. Die erste Gruppe begeht Grausamkeiten und metzelt für Geld und sadistisches Vergnügen, und die zweite Gruppe ermöglicht die Schlächterei um den Preis von Macht und Herrschaft. Diesen ökologischen Schwachköpfen zuzuhören, die die Robben der Reduzierung des Kabeljau beschuldigen, ist eine Übung darin, unverfrorene Verleugnung angesichts von Fakten und historischen Tatsachen mitanzusehen.

Es gab keinerlei Fischverknappung, als der französiche Entdecker Jaques Cartier erstmals in Ostkanada landete. Und es gab sehr viel mehr Robben, als es heute gibt, einschließlich des Walrosses, das nun an der Ostküste ausgerottet ist. Dreihundert Jahre Fischerei durch Kanadier, Amerikaner und Europäer haben kaum Spuren in der Population des Kabeljau hinterlassen. Das war bis 1950 so, bis zum Einsatz der riesigen Schleppnetztrawler ! Diese Technologie begann mit der Ausbeutung und Plünderung der Grand Banks, ein Vorgehen, das von den Regierungen Kanadas und Neufundlands gutgeheißen und unterstützt wurde.

Und um ihre schändlichen Ziele zu befördern, stellten sie Meeresbiologen der Regierung an, die kaum mehr waren als Biostituierte, die die Regierungsentscheidungen auf ganzer Linie rechtfertigten, genau bis zu dem Tag, als 1992 die Kabeljau-Fischerei zusammenbrach. Doch das war o.k., weil es ihnen gelang, ihre Jobs zu erhalten, wie es die Bürokraten taten, während die Fischereiunternehmen ihre monströsen Gewinne abschöpften. Die einzigen menschlichen Opfer waren die Fischer, die entlassen, doch mühelos beschwichtigt wurden, indem man mit dem Finger auf die Robben zeigte, die für den Niedergang der Fischgründe verantwortlich seien.

Und die kanadischen Fischer, die nicht für ihre überragende Intelligenz und weitreichende Auffassungsgabe bekannt sind, schluckten die Lüge voll und ganz und forderten die Köpfe der Robben in der lächerlichen Annahme, dass das Abschlachten der Robben den Kabeljau zurückbringen würde. Im 16. Jahrhundert hatte es keine Verknappung von Fisch gegeben, bei einer Robbenpopulation von etwa 40 Millionen Tieren. Doch heute sind nur ein paar Millionen Robben eine Bedrohung für den Fischbestand? Was soll das alles?

Jeder Meeresbiologe weiß, dass die Nahrungskette in jedem Meeresökosystem komplex ist und hunderte von Arten beinhaltet, die zueinander in Beziehung stehen. Kanadische Biostituierte sehen aber nur drei Arten: Robben, Kabeljau und Menschen, und daher wird, wenn man eine Art entfernt, mehr Fisch für die anderen da sein.

Neben dem Menschen sind die größten Räuber heranwachsenden Kabeljaus andere Fische, wie Heringe, Makrelen und Kapelan, alles Arten, die zufällig die bevorzugte Speise der Robben sind. Daher führt eine Verminderung des Robbenbestandes zu einer Zunahme der Raubfischpopulationen, was zu einer zunehmenden Plünderung der heranwachsenden Kabeljaubestände führt. Mit anderen Worten, der Kabeljau braucht die Robben, und die Robben brauchen den Kabeljau. Was sie nicht brauchen, sind Menschen, die Gott spielen, indem sie versuchen, die Natur zu korrigieren mit Hilfe von Prügeln und Gewehren.

Und nun, im Angesicht des Klimawandels und der globalen Erwärmung, da die Sattelrobben durch den Rückgang der Eisschollen bedroht sind, von denen sie abhängig sind um ihre Jungen auf die Welt zu bringen, entscheidet das kanadische Ministerium des faulen Handels (wörtl.: „Fishy business“, Anm. d. Ü.), die Tötungsquote auf eine in der ganzen Geschichte noch nicht dagewesene Höhe anzuheben. Und keine der wegen der reduzierten Eisverhältnisse verschwundenen Robben wird in die Tötungsquote mit eingerechnet. Und es liegt meiner Meinung nach am Rückgang des unentbehrlichen Lebensraums, dass die Sattelrobbe eine gefährdete Art ist.

Des weiteren ist die Mehrheit der Kanadier gegen die kommerzielle Robbenschlachtung, doch die kanadische Regierung hat in der Geschichte noch nie die Meinung der Mehrheit den Vorgehensweisen der Regierung in die Quere kommen lassen.

Die Sea Shepherd Conservation Society wird dieses Jahr nicht unmittelbar gegen die Robbenschlachtung vorgehen und möglicherweise gar nicht mehr. Warum? Weil die Regierung von uns will, dass wir eingreifen. Warum? Weil das Einzige, was der Regierung noch übrig bleibt zur Verteidigung der Jagd ein Appell an den Nationalstolz ist, den Forderungen der Robbenschützer nicht nachzugeben. Die Regierung benutzt uns als Mitwirkende an ihrem Programm der Ablenkungsmanöver. Aber wir werden ihr Spiel nicht mitspielen.

Sea Shepherd's Farley Mowat in the backgroundDas letzte Jahr, das wir ein Schiff in’s Eis brachten, war 2008, Hearn benutzte uns für einen Sammelruf, um die Robbenjäger aufzustacheln, noch mehr Robben zu schlachten und die Schlächterei nahm rasant zu. Hearns Inkompetenz sah dieses Jahr den Tod von vier Robbenjägern mit an, als er zuließ, dass Robbenfangboote auf See gebracht wurden, die nicht eistauglich waren, mit einem Küstenwachschiff, das aufgrund von Nachlässigkeit eines der Robbenfangboote geradewegs unter das Eis zerrte.

Hearn wies Kritik wegen seiner Inkompetenz zurück indem er Sea Shepherd beschuldigte, die Robbenjagd für Profit auszuschlachten. Er stachelte die Robbenjäger auf, indem er mit dem Finger auf mich zeigte, weil ich gesagt hatte „auch wenn der Tod der Robbenjäger infolge der Inkompetenz der kanadischen Regierung eine Tragödie ist, so ist die Abschlachtung von 280.000 Sattelrobben eine größere Tragödie“.

Als mich ein CBC TV-Reporter aufforderte, mich bei den Robbenjägern für diese Bemerkung zu entschuldigen, sah ich in die Kamera und sagte „Ich entschuldige mich dafür, ein Kanadier zu sein und mit dieser blutrünstigen barbarischen Industrie in Verbindung zu stehen – der Robbenschlächterei“.

Viele Kanadier sind immer noch wütend auf mich wegen dieser Bemerkungen, aber ich stehe weiterhin dazu. Die vier Robbenjäger entschieden sich, auf das Eis zu gehen und sie entschieden willentlich, auf Schiffen zur See zu fahren, die für die Aufgabe nicht geeignet waren. Sie fällten die Entscheidung, ihr Schicksal in die Hände der kanadischen Küstenwache zu legen. Sie entschieden sich, Babyrobbenkiller zu werden. Die Robbenbabies hingegen entschieden sich nicht dafür, zu ihren Opfern zu werden, sie entschieden sich nicht, zu sterben und sie waren unschuldig und daher war diese Abschlachtung von 217.800 Robben in diesem Jahr meiner Meinung nach eine weit größere Tragödie. Zufällig messe ich dem Leben von 217.800 Robbenbabies einen höheren Wert zu als dem von vier ihrer Killer und ich leiste keine Abbitte dafür, noch werde ich es jemals tun.

Als Kapitän Abraham Kean im Anschluß an die berüchtigte Robbenfang-Tragödie 1914 in Neufundland, die 78 Tote zurückließ, fortfuhr, Robben zu schlachten, verkündete er freimütig, dass die Jagd wichtiger sei als das Leben seiner Männer. Er bekam den Orden des Britischen Empire dafür verliehen, dass er eine Million Robben massakriert hatte. Während er fand, dass der Tod von 78 Männern seinem Profit gegenüber weniger bedeutend war, sah ich den Tod von 217.800 Robben als eine größere Tragik an als den Tod von vier Robbenjägern.

Kein Orden von Kanada für mich – nicht, dass ich mich drum schere.

Mit dem Heraufsetzen dieser Tötungsquote auf eine derart lächerliche Höhe hat Shea ihre Karten offengelegt. Die kommerzielle kanadische Robbenjagd ist tot und sie weiß das. Der Schlüssel ist und war zu jeder Zeit die Ökonomie. Jahrzehnte des Wahlkampfs haben dem Markt den Boden entzogen und im Robbenfang ist schlichtweg nicht genug Geld zu holen um ihn zu rechtfertigen. Doch, wie bei jeder sterbenden Industrie, wird sie einige Jahre durch Almosen der Regierung gestützt werden. Ich meine, wenn es nicht beschämend genug für sie ist, einem Robbenbaby den Schädel einzuschlagen, dann wird es ihrem Stolz auch keinen Schlag versetzen, Stütze zu beziehen.

Nachdem der europäische Markt verloren ging, machte Kanada eine lautstarke Ankündigung, dass nun neue Märkte in China zur Verfügung stünden. Doch im März 2011 nahm der Kongreß der Volksrepublik China zwei Gesetzesvorlagen zum Verbot des Handels mit Robbenprodukten an. Die Vereinigten Staaten, Kanadas größter Handelspartner, hat seit 1972 den Handel mit Robbenprodukten verboten und Mexiko und Kroatien sind kürzlich dem Beispiel gefolgt. Es ist eine sterbende, vorsintflutliche, barbarische Industrie und sie wird und kann nicht überleben im Angesicht voranschreitender internationaler Gesetzgebung zum Verbot von Robbenprodukten.

Also sagte Shea „ich werde diesen robbenkuschelnden* Bastarden zeigen, dass Kanada nicht nachgibt“. Daher setzte sie diese schwachsinnige Tötungsquote von 468.200 Robben an, in der Hoffnung, das würde uns provozieren, auf das Eis zurückzukehren und ihr eine Konfrontation zu liefern, die sie nutzen könnte, um sich selbst zur Heldin der Robbenjäger zu machen, wie es Hearn 2008 auch versucht hatte.

*wörtl. „seal-hugging“, in Anlehnung an „tree-hugger“: „Ökofreaks“, die Bäume umarmen, Anm.d.Ü.

Allerdings hat die Robbenjagd für 2011 bereits begonnen und nur ein paar Boote sind zu den Eisschollen hinausgefahren um Robben zu erschlagen und erschießen. Shea wird eine frustrierte Cruella De Ville abgeben und die Befriedigung, 468.200 unschuldige Seelen auszulöschen, wird ihr verwehrt bleiben. Sie wird sich dem Quälen junger Hunde zuwenden müssen um ihre sadistischen Triebe zu befriedigen oder sie könnte einen Trip auf die Bahamas unternehmen und sich einen Rat von der im Exil lebenden verurteilten Serienmörderin Karla Homolka holen, wie man damit lebt, wenn man keine Möglichkeit mehr hat, etwas Unschuldiges zu töten. Wie auch immer, ihr dunkler Passagier ist ihr Problem, aber sich von der Scham zu erholen, Staatsbürger einer Nation zu sein, die Millionen von Robbenbabies massakriert hat, das ist unsere Herausforderung.

Der Preis für die Ausstattung eines Robben-Jagdzugs ist höher als alle Profite, die erzielt werden, daher werden dieses Jahr nur die wirklich primitiven und sadistischen auf das Eis hinausfahren um rohes Robbenblut zu trinken und sich mit den Fingern religiöse Symbole auf die Stirn zu zeichnen. Nun ist es für uns an der Zeit, geschickt zu sein und es laufen zu lassen. Laßt die Dummheit der Robbenschlachterei zu Grunde gehen und laßt uns sie nicht damit füttern, dass sie uns hassen als Rechtfertigung für ihre Schlächterei.

Shea wird ihre 468.200 Robben nicht kriegen. Die meisten der Robbenjäger sagen „Wo ist das Geld?“ Und das Geld wird eben nicht da sein.

Die Bemühungen von Sea Shepherd, der IFAW, des Fund for the Animals, HSUS, PETA, der Franz Weber Foundation, der Brigitte Bardot Foundation und Greenpeace in seinen Anfängen, haben sich ausgezahlt.

Dieser Absatzmarkt wurde zerstört und die Tische der Pelzhändler und Geldwechsler wurden umgeworfen. Die kanadische Robbenjagd ist eine aussterbende Industrie, die nur durchhalten kann mithilfe massiver Förderung durch die Regierung, was bedeutet, dass alle Robbenjäger nichts anderes sind als weinerliche Wohlfahrtsfaulenzer, die sich am Trog der Öffentlichkeit laben. Wenn die Absatzmärkte zurückkehren, werden wir zurückkommen, aber wir müssen uns klar machen, dass dies eine gewonnene Schlacht ist und alles was wir nun noch erreichen können, wenn wir fortfahren, sie zu konfrontieren ist, uns auf dem sicheren Weg zum Sieg selbst ein Bein zu stellen, indem wir sie gegen uns aufbringen.

Die Robbenjäger sollten jedoch über eine Sache froh sein. Jahrelang sind sie auf dieser Anschuldigung herumgeritten, die Robbenjagdgegner machten das für Geld, sie würden die Robben nur benutzen um Spendengelder zu sammeln. Also, keine Robbenjagd – keine Spenden, und ich bin glücklich darüber, denn für mich ging es nur darum, den Job zu machen um uns überflüssig zu machen in diesem Job und das ist genau, was erreicht wurde, indem wir diese grausamen, Babies erschlagenden Ökoverbrecher um ihren Job gebracht haben.






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