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14. März 2011

Kommentar von Captain Paul Watson

Wem die Stunde schlägt
von John Donne

Niemand ist eine Insel,
ganz für sich.
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil des Festlands.
Wenn ein Erdklumpen ins Meer gespült wird,
wird Europa weniger.
Genauso als wenn's eine Landzunge würde.
oder ein Landgut deines Freundes
oder dein eigenes.

Jedes Menschen Tod ist mein Verlust,
denn ich bin Teil der Menschheit;
und darum verlange nie zu wissen,
wem die Stunde schlägt;
sie schlägt dir selbst.


Die Sea Shepherd Conservation Society, unsere Leiter, Berater, Freiwilligen auf dem Land, Angestellten und die Mannschaften und Offiziere unserer Schiffe möchten aufrichtig unsere tiefste Anteilnahme und unser tiefstes Mitgefühl für die Japaner zum Ausdruck bringen, die gerade an den Folgen eines der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Zivilisation leiden.

Die Natur bevorzugt niemanden. Dies zeigt das Erdbeben, das vor kurzem Neuseeland getroffen hat, die Feuer die vor zwei Jahren Australien verwüstet haben, der Tsunami, der vor nicht all zu langer Zeit Indien und Thailand getroffen hat. Die Botschaft ist eindeutig: Wir alle teilen die Gefahren auf dem Wasserplaneten namens Erde zu leben.

Im Angesicht solche Gefahren durch die Naturgewalten sind wir alle gleich.

Ich habe gehört, dass viele Menschen die Tragödie in Japan als Karma bezeichnen. Menschen, die so etwas behaupten, verstehen den Begriff Karma nicht. Dieses Erdbeben traf Japan nur aufgrund von geografischen und geologischen Gegebenheiten.

1994 habe ich das Northridge Erdbeben in Kalifornien erlebt und 1980 den Ausbruch des Berges St. Helens und war unmittelbarer Zeuge, welch schreckliche Verwüstungen die Naturgewalten anrichten können.

Was in Japan passiert ist, ist entsetzlich und wie wir darauf reagieren, zeigt die Lauterkeit unseres Herzens.

Als das Erdbeben kam, wusste ich, dass gute Freunde von mir in großer Gefahr waren. Scott West und die freiwilligen Cove Guardians (Anm. d. Ü.: Buchtwächter) haben die Delfinjäger im Dock der Stadt Otsuchi überwacht, eines jener Städte, das der Tsunami völlig zerstört hat.

Devastation by the tsunami in OtsuchiVerwüstungen, die der Tsunami in Otsuchi angerichtet hatÜber 40 Stunden wussten wir nicht, ob sie noch am Leben waren. Unser Freiwilligen an Land und die Durchschnittsbürger von Japan waren im Angesicht dieser Tragödie gleich. Japan hat diese Katastrophe nicht verdient und so etwas sollte niemand auch nur andeuten.

Dank der Tatsache, dass die Sea Shepherd Mannschaft die Lage schnell richtig einschätzte, begab sie sich beim Anblick des zurückgehenden Wassers schnell zu einem erhöhten Ort. Sie schafften es trotz der Tatsache, dass zwischen dem Erdbeben und dem eintreffenden Tsunami nur acht Minuten vergingen.

Sie verbrachten eine sehr kalte Nacht auf einem Berg und hatten keine andere Wahl als die totale Zerstörung der Stadt unterhalb mit anzusehen. Sie sahen eine Frau um Hilfe rufen und hatten keine Möglichkeit ihr zu helfen. Sie teilten Kraftriegel und Wasser mit einem japanischen Mädchen, das mit ihnen auf dem Berg feststeckte. Am Morgen liefen sie kilometerlang durch ein Gebiet, das von totaler Verwüstung, Leichen und Trümmern gekennzeichnet war. Ihnen wurde Anteilnahme und Mitgefühl von Menschen entgegengebracht, die alles verloren hatten. Diese Menschen boten ihnen Essen und ein warmes Feuer an. Unsere Leute überließen ihnen Decken.

Unsere Mannschaft wird niemals vergessen, was sie an diesem Tag gesehen hat und sie wird nie die guten Menschen vergessen, die sie getroffen haben und mit denen sie durch Erfahrungen verbunden sind, die sich die Menschen, die nicht dort waren, auch nicht annähernd vorstellen können.

Die Cove Guardians von Sea Shepherd sind seit September 2010 in Japan und überwachen das Delfinmassaker. Es war Zufall, dass sie an ihrem Ankunftstag im Norden, an dem sie Nachforschungen hinsichtlich des Abschlachtens von Dall-Hafenschweinswalen anstellen wollten, am Kai standen, kurz bevor der Tsunami auf die Küste traf und die Erde ihre enorme Kraft entfesselte.

Sea Shepherd und die Cove Guardians wissen, dass das brutale Abschlachten von Delfinen und Schweinswalen nicht das Verhalten aller Japaner widerspiegelt. Die Guardians waren nicht dort, um sich gegen das japanische Volk zu wenden, sondern um das Töten von Delfinen zu bekämpfen. Die Menschen, die Wale und Delfine töten sind nicht die gleichen Menschen, die sie zusammengekauert am Feuer inmitten von Trümmern und Schutt vorfanden und mit denen sie den Schmerz und die Angst teilten durch das, was an diesem Tage passiert ist.

In Taiji wurden durch den Tsunami mittlerweile 24 Delfine an die Felsen geschleudert. Die grausamen Fischer, die sie gefangen hatten, unternahmen keinerlei Versuche sie zu befreien und ihnen irgendwie zu helfen, nachdem sie verletzt wurden. Nachdem der Tsunami zurückging, waren die Fischer genau das, was sie vor dem Eintreffen des Tsunamis waren – gefühllos, unsensibel und grausam. Und sie dachten in keinster Weise über das Mitgefühl und die Unschuld der Menschen nach, die die Cove Guardians in ihrer Notlage im Norden angetroffen haben.

Japan verdient die Hilfe der guten Menschen dieser Welt, denn diese Tragödie hat das Leben vieler großartiger Menschen genommen und das Leben vieler anderer großartiger Menschen zerrüttet.

Die Sea Shepherd Conservation Society wird immer gegen die japanischen Wal- und Delfinmörder sein, aber wir waren niemals gegen die Japaner an sich und werden das auch niemals sein. Genauso sind wir gegen die norwegischen Walfänger, haben aber erst vor einigen Wochen drei Tage nach vermissten Norwegern im Rossmeer gesucht.

Manchmal trennen uns Meinungsverschiedenheiten und manchmal einen uns gemeinsame Ideale des Respekts und Mitgefühls. Das Leben ist vielschichtig und es kann tragisch sein, aber es ist auch äußerst schön und die schreckliche Tragödie wie diese zeigt, dass wirklich keiner von uns eine Insel für sich selbst ist und dass, wenn die Stunde für einen schlägt, sie auch wirklich für uns alle schlägt.

Unser Mitgefühl gilt den Familien der Opfer. Wir sind dankbar, dass unsere Leute heil, wenn auch schockiert, aus dieser Katastrophe zurückgekehrt sind. Wir wünschen Japan, dass es sich schnell von den Folgen des Erdbebens, Tsunamis, Vulkanausbruchs und der nuklearen Kernschmelze ihrer drei Reaktoren erholt. Denn was in Japan passiert ist, ist anderen in der Vergangenheit passiert und wird auch anderen in der Zukunft passieren.

Im Angesicht dieser Katastrophe bekennen wir, dass wir alle Erdlinge sind, und uns die gleichen Gefahren und Kostbarkeiten, der gleiche Schmerz und die gleiche Belohnung, die gleiche Traurigkeit und Freude zuteil wird, die das Leben auf diesem blauen und weißen Juwel und seiner Reise durch das All mit sich bringt.

Wir trauern um die Wale und Delfine, die von ein paar grausamen Menschen getötet werden und wir trauern um die tausenden Menschen, die ihr Leben verloren haben und körperlich, seelisch und emotional von dieser noch nie da gewesenen Katastrophe verletzt wurden.

An das japanische Volk: Unsere Gedanken sind bei euch. Wir hoffen, dass viele derjenigen, die als vermisst gelten, gefunden werden, dass die Häuser wiederaufgebaut und Familien wiedervereint werden; dass die Menschen Essen erhalten und Zuflucht finden, dass man sich um die Kranken und Verletzten kümmert und dass sich das japanische Volk aus dem Schlamm und der Verzweiflung, den Trümmern und der Verwüstung wieder erheben und siegen wird.






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