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02. März 2011

Kommentar von Kapitän Paul Watson

„Gestern noch wußte ich nicht, was ein Öko-Terrorist ist. Nun scheint mir, bin ich einer?“

Wenn japanische Walfänger, kanadische Robbenschlächter, Costa Ricanische Haiwilderer und Libysche Blauflossenthun-Wilderer Sea Shepherd eine Organisation von „Öko-Terroristen“ nennen, dann habe ich immer die gleiche Antwort für sie, „Also gut, verhaftet uns oder haltet zum Teufel den Mund!“

Ich gebe zu, dass es eher weniger schmeichelhaft ist, von einem libyschen Wilderer als Terrorist bezeichnet zu werden, aber es dient der Illustration der Blödsinnigkeit dieser Anschuldigung. Dieses ständige, erbärmliche und fehlgeleitete Gejammer über angeblichen Terrorismus, jedes Mal, wenn jemand versucht, gewaltlos irgendeinen Verbrecher vom Erschlagen einer Robbe, Harpunieren eines Wals oder Abschneiden von Haifischflossen abzuhalten, das ist nervtötend, völlig ahnungslos und einfach nur dumm.

Die Sea Shepherd Conservation Society versucht niemals, Menschen zu verletzen oder zu töten; im Gegenteil, wir scheuen keine Mühen um niemandem Schaden zuzufügen. Wir werfen weder Bomben noch steuern wir Flugzeuge in Gebäude oder bringen Menschen um, noch randalieren wir in den Straßen herum.

Tatsächlich ist Sea Shepherd so gewaltlos, dass kein Fleisch oder Fisch oder irgendetwas anderes, dass einmal ein fühlendes Wesen war oder tierische Formen hatte, in der Messe an Bord eines Sea Shepherd Schiffes auf den Tisch kommt.

Ironischerweise wird genau die Tatsache, dass einer kein Fleisch ißt, nun offenbar von einigen bekloppten Fanatikern einer Fox-Abteilung als klarer Hinweis für Terrorismus gesehen. „Mein Gott, ihr eßt kein Fleisch? Wie völlig unzivilisiert könnt ihr denn noch sein? Sie müssen ein Terrorist sein.“

Was genau ist ein Öko-Terrorist?

Es ist kein Gesetz bekannt, das das angebliche Verbrechen des Öko-Terrorismus definierte. Und welche Art von Verbrechen sollte ein Öko-Terrorist begehen? Es gibt Brandstiftung, doch keine Sea Shepherd Aktion hat jemals etwas verbrannt. Verdammt, wir erlauben auf unseren Schiffen nicht einmal das Rauchen. Es gibt das Bauen, Legen oder Werfen von Bomben und Verschwörungen um was auch immer mit einer Bombe zu tun, aber wir tun auch absolut nichts dergleichen. O.k., außer Stinkbomben, aber die explodieren ganz sicher nicht und sind wirklich nicht tödlich, nicht giftig und biologisch abbaubar; sie stinken nur entsetzlich. Kidnapping? Nö, das haben wir nicht gemacht und haben es auch nicht vor. Körperverletzungen sind auch kein Teil unseres modus operandi.

„Aber ihr habt eine Stinkbombe auf ein japanisches Walfangschiff geworfen!“ kreischte jemand verhalten hysterisch in einem der vielen sozialen Netzwerke, die besessen sind, Sea Shepherd als sogenannte terroristische Vereinigung zu brandmarken. Ja, das haben wir gemacht. Ich bekenne, ich begann, Stinkbomben zu werfen, als ich in der fünften Klasse war. Ich bin ein bekennender stinkbombenwerfer. Dennoch, ich kann mir nicht Osama bin Laden vorstellen, wie er eine Stinkbombe auf einen Reisebus wirft und wenn Timothy McVeigh ranzige Butter statt Nitrat-Düngemittel verwendet hätte, wären die vielen Leute nicht gestorben.

Da unten im Südpolarmeer haben die Waljäger Harpunenkanonen, Blendgranaten, Gewehre, Bambusspeere, Langstrecken-Akustik-Geräte (LRADs) und Wasserwerfer. Sea Shepherd hat Kameras, Stinkbomben aus ranziger Butter, Paintballs, Wasserbombenwerfer, harmlose Laserpointer und gut, ja, wir haben einen eigenen Wasserwerfer, aber niemand wird verletzt, wenn kalte Wasserkanonaden mit japanischen Walfängern von einem großen Schiff zum andern gewechselt werden.

„Himmel nochmal, Wasserbomben, das ist jetzt hochgradiger, völlig übergeschnappter Öko-Terrorismus!“

Sea Shepherd ist für den Terrorismus, was Groucho für den Marxismus war! Unsere Art des sogenannten „Terrorismus“ ist lustig, ist effektiv, und, am wichtigsten, absolut legal und harmlos.

Eigentlich sollte das „Öko-Terraismus“ genannt werden, von „terra“, die Erde und „ismus“, was bedeutet von oder für die Erde. Als Beschützer der Erde (und der Meere) macht es uns mehr zu „Terraisten“ als zu „Terroristen“, also liegt vielleicht einfach nur Verwirrung vor oder eine hintertückische Erdenvergewaltiger-Verschwörung zur Stigmatisierung von Erdenverteidigern als bösartige Bedrohung der Menschheit.

„Aber was ist mit der Säure, die ihr auf die Walfangschiffe schmeißt?“

Ahhhh, die „Säure“; genau dieses Wort, geäußert in heuchlerischen Anfällen von falscher Furcht, suggeriert stahlzersetzende Salzsäure und die Vorstellung von schreienden Männern, deren Gesichter entsetzlich entstellt wurden. Ja klar, wir verwenden Säure in unseren Stinkbomben. Es ist organische, ungiftige, biologisch abbaubare Buttersäure. Ohhh, sie stinkt, aber sie ist weniger ätzend als Bier. Aber warum die Wahrheit einer Horrorgeschichte von „Säure“-verspritzenden Öko-Terroristen in die Quere kommen lassen?

Es ist ja nicht so, dass wir wie wild Milchsäure oder Zitronensäure oder Cola verspritzen, von denen alle einen niedrigeren pH-Wert haben als Buttersäure. Ranzige Butter ist weniger ätzend als Milch, Orangensaft oder Cola, aber sie riecht wirklich übel. Es kann aber nicht so schlimm sein, denn der menschliche Körper produziert sie sogar selbst. Sie findet sich in Erbrochenem. Eklig, ja, aber sonst völlig harmlos.

Sea Shepherd hat in den sieben Jahren, die wir ins Südpolarmeer gefahren sind, nicht ein einziges japanisches Walfangschiff gerammt. Von unseren Schiffen wurde die Steve Irwin zweimal gerammt, die Bob Barker wurde einmal gerammt, und die Ady Gil wurde nicht nur mit voller Absicht gerammt, sondern in zwei Hälften zerschnitten und zerstört, alles durch japanische Walfangschiffe. Es wurden Blendgranaten auf uns geworfen und ich wurde einmal in die Brust geschossen, doch trotz all dessen bezichtigen die Walfänger und einige andere Leute uns der Gewalt. Die Logik ist wirklich simpel: wenn es dein Job ist, Wale zu wildern indem du ihnen feige explosive Harpunen in ihre ungeschützten Meeressäuger-Rücken jagst und ihr heißes unschuldiges Blut ins eisige Meer vergießt, dann rechtfertigst du in deiner Vorstellung alles, was deiner Skrupellosigkeit dient, als gewaltlos und du wirst natürlich jedes Vorgehen, das gewaltfrei gegen deine Skrupellosigkeit einzuschreiten versucht, als gewaltsam verdammen.

Ich meine, im Grunde ist es das, wofür Werbefirmen da sind. Die Grundlage der meisten PR-Agenturen ist, Wahrheit in Lüge zu verdrehen und aus Lügen Wahrheit zu machen mit dem Verständnis, es komme nicht auf die Wahrheit an, es komme nur darauf an, was die Leute glauben, was wahr sei.

In der letzten Woche berief der japanische Außenminister die Botschafter der Niederlande, Australiens und Neuseelands ein, um sie öffentlicher Schelte auszusetzen, dass sie Sea Shepherd gestattet haben, unter ihrer Flagge zu fahren und ihre Häfen zu benutzen. Ungeachtet dessen, dass Japan kein einziges Zivil- oder Strafrechtsverfahren gegen die Sea Shepherd Conservation Society, unsere Schiffe oder selbst mich angestrengt hat.

Es muß den Botschaftern ein Rätsel gewesen sein, was es sein könnte, das Japan von ihnen zu tun erwartete. Wenn ein Verbrechen oder mehrere begangen wurden, welcher Art waren dann die Verstöße? Ist gegen irgendjemanden ein Haftbefehl erlassen worden? Nein. Erwartet Japan ernsthaft von demokratischen Nationen wie Neuseeland, Australien und den Niederlanden, Menschen zu verhaften, zu schikanieren und ihnen die Einreise zu verweigern, die keinerlei Vergehens angeklagt wurden?

Ganz offensichtlich! Gibt es eine schwarze Liste für Grüne, die verdächtigt werden, mit Walen, Robben, Albatrossen, Schildkröten und Thunfisch zu sympathisieren?

Vor zwei Jahren hielt ich einen Vortrag an der FBI – Akademie in Quantico, Virginia, als einer der Spezialagenten sagte „Sea Shepherd vollführt eine Gratwanderung das Gesetz betreffend“. Und meine Antwort war „was macht es aus, wie schmal der Grat ist, wenn die Grenze nicht überschritten wird?“ Er mußte der Logik zustimmen und ich fuhr fort zu erklären, wie Sea Shepherd Wilderer auf’s Korn nimmt. Wir sind keine Protestgruppe. Wir sind keine Tierrechtler-Gruppierung. Wir sind eine internationale Organisation zum Schutz mariner Wildtiere und spezialisiert auf gewaltfreie Interventionen gegen illegales Vorgehen.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass Japan verlangt, Australien und Neuseeland sollten die Sea Shepherd-Schiffe aus australischen und neuseeländischen Häfen verbannen, doch tatsächlich ist es so, dass die japanischen Walfangschiffe in diesen Häfen nicht willkommen sind, weil sie in illegale Vorgänge verstrickt sind. Japan ist eindeutig frustriert über den Umstand, dass diese Häfen, die ihre Schiffe ausschließen, den Sea Shepherd-Schiffen erlauben, frei zu kommen und zu gehen. Der Unterschied ist, dass japanische Schiffe Wale töten und Sea Shepherd-Schiffe Wale retten. Während das Abschlachten von Walen im Walschutzgebiet Südpolarmeer von Australien und Neuseeland als Verbrechen betrachtet wird, wird das gewaltlose Retten der Wale nicht als kriminelles Vorgehen gewertet.

Vor mehr als 20 Jahren nannten unsere Kritiker uns Piraten. Ich entschloß, mich, o.k., dann laßt uns Piraten sein – wir werden die guten Piraten des Mitgefühls sein, die die bösen, von Gier und Profitsucht getriebenen Piraten verfolgen – und so entwarfen wir unsere eigene Piratenflagge. Die Kinder lieben sie. Piraten sind „in“ heutzutage, und weitaus beliebter als sie es im 17. Jahrhundert waren – besonders die guten Piraten.

Vielleicht sollten wir die Etikettierung als „Öko-Terroristen“ sogar annehmen und uns selbst mit Stolz als solche bezeichnen. Ökoterrorismus ist nicht wirklich ein rechtlich festgelegtes Vergehen, aber es hat eine gewisse Vorreiterrolle, eine action-noir-Qualität* an sich. (Anlehnung an das Genre des „film noir“, der eine düstere, befremdliche Atmosphäre vermittelt?, Anm. d. Ü.) Ja, das ist es, wir können den sogenannten „Öko-Terroristen“ in jedem von uns annehmen, diesen kleinen grünen heidnischen Teufel, der es satt hat mitanzusehen, wie unser Planet vom Höchstbietenden zerstückelt und verschachert wird.

Irgendwelche Walfänger oder Robbenschlächter können sagen „Hey, ihr Leute seid Öko-Terroristen“, und wir können entgegnen „ja, sind wir, hast du ein Problem damit?“

Es ist schwierig, einen Schimpfnamen für jemanden aufrecht zu erhalten, wenn der sich nicht darüber aufregt, so genannt zu werden. Die Schwulenbewegung hat genau das getan, als sie das Wort „schwul“ übernahm und die „Schwulennation“ etablierte.

Man sieht, wenn wir echte Terroristen wären, würde niemand wagen, uns so zu bezeichnen. Einen Terroristen zu beschimpfen, selbst wenn er ein echter Terrorist ist und der Schimpfname stimmt, ist nicht als gesundheitsförderlicher Zugang im Kontakt mit Terroristen zu sehen. Die einzigen Leute, die dich davonkommen lassen, wenn du sie als Terrorist bezeichnest, sind die Leute, die nie gewaltsm zurückschlagen würden. Die Leute mögen uns dafür. Nenn‘ mich einen Terroristen, und dir wird nichts Schlimmes passieren. Nenn‘ einen echten Terroristen einen Terroristen, und deine nächste Beschäftigung könnte sein, dir die Radieschen von unten zu betrachten.

Ich scheine kein Problem zu haben, in Flugzeuge gelassen zu werden oder in andere Länder einzureisen, was beides für wirklich echte Terroristen ein Problem darstellen dürfte. Ja, Japan hat versucht, irgendeine niedrigrangige U.S.Bürokratin anzusprechen, den Status der Steuerabzugsfähigkeit für Sea Shepherd in den U.S.A. aufzuheben, und sie stimmte zu, das sei kein Problem, so ungefähr meinte sie zu ihren japanischen Waljäger-Kumpels, ABER sie hat vergessen, dass es tatsächlich ein Verbrechen darstellt, einer amerikanischen Non-Profit-Organisation die Steuerbehörde auf den Hals zu hetzen für die Zuwendung einer fremden Regierung. Ich denke, die letzte amerikanische Administration, die so etwas getan hat, war die Nixon-Präsidentschaft, aber laßt uns nicht weiter darauf eingehen um nicht alte Politskandale aufzuwärmen.

Überflüssig anzumerken, dass wir unseren Status der Steuerabzugsfähigkeit nicht verloren haben, denn wir tun immer noch das Gleiche, was wir schon 1981 taten, als wir diesen Status verliehen bekamen – mit anderen Worten, gewaltlose Arbeit, um unsere Ozeane vor ungesetzlichen Taten zu schützen.

Vor einigen Jahren rief mich einmal ein Beamter des National Marine Fisheries Service an um mir zu sagen, er hätte Beschwerden erhalten, dass wir im Pazifik in internationalen Gewässern Langleinen konfisziert hätten. Ich bestätigte, dass wir das taten. Er sagte „das können Sie nicht tun“. Ich entgegnete „Warum nicht? Ist das gegen das Gesetz?“ Er stutzte und sagte, „ja, natürlich, das muss gegen das Gesetz sein, es ist privates Eigentum“. „Welches Gesetz verletzen wir denn?“ antwortete ich. „Ich weiß es nicht, ich komme auf Sie zurück, wenn ich es herausfinde“ sagte er. Wir haben nie wieder von ihm gehört.

1986, nachdem wir die halbe isländische Walfangflotte versenkt hatten – im Hafen, und ohne einen einzigen Menschen zu verletzen oder nur eine Verletzung zu riskieren – flog ich nach Island und verlangte, dass sie Anklage gegen mich erheben, weil sie ständig immer wieder damit in den Medien waren, was wir für Terroristen seien. Ich landete in Reykjavik und wurde zur Polizeistation gebracht, wo ich ein volles Geständnis ablegte. Am nächsten Tag wurde ich zum Flughafen eskortiert und in ein Flugzeug zurück in die Staaten gesteckt. Der isländische Justizminister hielt an diesem Morgen eine Rede vor dem Parlament und sagte „Was zum Teufel denkt der, wer er ist, kommt in unser Land und verlangt, inhaftiert zu werden? Schmeißt ihn raus!“ Ihnen war klar, mich vor Gericht zu stellen würde bedeuten, Island selbst vor Gericht zu bringen, und die Regierungsanwälte hielten es für klug, das nicht zu tun.

Also, was wir hier haben ist eine gestörte Wahrnehmung von Gewalt und Terrorismus, zusammengesponnen von PR-Leuten und Politikern, aber ohne jede reelle Grundlage oder Substanz. Heutzutage jemanden als Terroristen zu bezeichnen ist einfach eine Methode, jemanden zu verteufeln zu versuchen, mit dem man nicht einverstanden ist. Das Wort selbst beginnt gerade seine Bedeutung zu verlieren. Wenn es mittlerweile ein terroristischer Akt ist, einem Politiker eine Sahnetorte in’s Gesicht zu schmeißen, scheint das die Opfer wahrer Terroranschläge und derer, die sie überleben, zu verharmlosen.

Wen ihr wollt, stellt euch einmal folgendes hypothetische Szenario vor:

Der Kongressabgeordnete Joe Schmuck verurteilte heute den Torte werfenden Studenten, der seine Krawatte mit der amerikanischen Flagge darauf bekleckert hatte. „Diese Art ungeheuerlicher terroristischer Anschläge durch extremistische Tortenwerfer kann nicht hingenommen werden. Sie haben heute die Flagge und meinen besten Anzug entweiht und es muß ihnen ein deutliches Signal gesetzt werden, dass Amerika solche unpatriotische Boshaftigkeit gegenüber amerikanischen Interessen wie British Petroleum, Monsanto und Mitsubishi nicht tolerieren wird. Diese die Erde verehrenden Tortenwerfer können davon rennen, aber sie können sich nicht vor dem gerechten Zorn der amerikanischen Bevölkerung verstecken.“

Wenn Japan Sea Shepherd für eine terroristische Vereinigung hält, warum können dann Sea Shepherd-Mitglieder frei nach Japan einreisen?

Welche Art terroristischer Vereinigung haben James Bond, MacGyver, Captain Jack O’Neil, Captain Kirk, Batman und Avatar Helikopterpilot Trudy Chacon als Fördermitglieder?

Und welche Art terroristischer Vereinigung hat ein Beratungsgremium, das einen früheren australischen Umweltminister, einen früheren Umweltminister Britisch-Kolumbiens und einen früheren Vize der International Whaling Commission, zusätzlich zu einer Vielzahl angesehener Wissenschaftler, Ingenieure, Künstler, Schriftsteller und Entertainer umfaßte?

Tatsache ist, dass die Sea Shepherd Conservation Society nicht als „terroristische“ Organisation eingestuft werden kann, weil wir etwas völlig Anderes sind. Wir sind nicht eure althergebrachten Grünen. Wir halten keine Transparente hoch, legen Zeugnis ab, sitzen in Bäumen, halten Mahnwachenschilder, sammeln Petitionen und schreiben an Politiker. Was wir tun, ist, uns denen gegenüberzustellen, die illegal – und gewaltsam – unsere Ozeane vernichten. Wir führen aggressive, gewaltfreie, gezielte Aktionen durch. Wir verletzen keine Menschen, aber wir zögern nicht, die Instrumente außer Gefecht zu setzen, die zur illegalen Abschlachtung von Lebewesen eingesetzt werden.

Damals, 1987, überreichte mir ein tibetischer Mönch eine hölzerne Statue. Es war eine Art Drache mit einem Pferdekopf und ich wurde aufgefordert, sie als Schutz an unserem Vormast anzubringen. Aus Respekt vor der Aufforderung des Mönchs brachte ich sie dort an. 1989 hatte ich die große Ehre, seine Heiligkeit den Dalai Lama in Washington, D.C. zu treffen, und fand heraus, dass er sie uns übersandt hatte.

„Was ist es?“ fragte ich.

„Es nennt sich Hayagriva“, erwiderte er.

„Aber was bedeutet es?“ fragte ich.

„Es ist das Symbol für den mitfühlenden Aspekt des heiligen Zorns des Buddha“, sagte er mit einem Lächeln.

„Und was bedeutet das?“ fragte ich.

„Es bedeutet, dass man niemals jemand anderem Schmerz zufügen soll, aber wenn Menschen versagen, Erleuchtung zu erlangen, dann kannst du sie gelegentlich soweit zu Tode erschrecken, bis sie es tun“

Und darum haben wir unsere schwarzen Schiffe und unsere eigene Piratenflagge, unsere provokanten Direktmanöver und ungiftige Stinkbomben, doch seit ich 1977 Sea Shepherd gegründet habe, haben wir niemals einem einzigen Menschen eine einzige Verletzung zugefügt und wir wurden niemals wegen eines Verbrechens verurteilt. Das ist etwas, worauf ich besonders stolz bin. Darum ist es, wenn Leute Anschuldigungen machen oder sich Schimpfnamen ausdenken, uns fälschlich als Öko-Terroristen abstempeln, nichts anderes als politisches Getue und bedeutungsloses Geschwafel.

Wir sind indessen nicht interessiert an der Meinung anderer. Unsere Anliegen stimmen mit dem Gesetz überein, wir respektieren und vollstrecken es, halten uns daran und manchmal bewegen wir uns auf einem schmalen Grat, während wir es im Auge behalten. Unsere Sorge gilt den Tieren, die wir aggressiv, aber gewaltfrei verteidigen, oft indem wir unser eigenes Leben riskieren und unsere persönliche Sicherheit.

Um wirklich ein Terrorist zu sein, muß man ein gewaltbereiter Krimineller sein, der faktisch eine gewalttätige kriminelle Tat begeht und die Absicht hat, anderen Lebewesen Verletzungen zuzufügen. Es reicht nicht, lediglich wegen des Verdachts einer kriminellen Handlung untersucht zu werden, wegen Verdachts auf kriminelles Vorgehen festgenommen zu werden oder selbst wegen einer kriminellen Handlung verurteilt zu werden – wovon noch nichts Sea Shepherd widerfahren ist, wie ich hinzufügen möchte. Um wirklich ein Terrorist zu sein, muß man tatsächlich die Absicht umsetzen, gewalttätige Straftaten zu begehen und wir erfüllen mit absoluter Sicherheit diese Bedingung nicht.

Was meine Crew und mich angeht, wir halten uns nicht verborgen und verstecken uns nicht in Höhlen wie Osama Bin Laden, und Behörden könnten uns jederzeit festnehmen, FALLS es einen Grund dafür gäbe. Im Gegenteil, wir bleiben frei zu reisen und unseren Beschäftigungen nachzugehen, weil wir nicht gesucht werden oder krimineller Aktivitäten verdächtigt – und schon garnicht terroristischer Aktivitäten.



Also läuft es wie gewohnt schlußendlich darauf hinaus, wie meine Mitteilung an Japan lautet: „Verhaftet uns oder haltet zum Teufel den Mund!“






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