• Simple Item 5
  • Simple Item 7
  • Simple Item 11
  • Simple Item 12
  • Direct Action Crew 2
  • Simple Item 13
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7

16. Februar 2011

Kommentar von Libby Katsinis – Sea Shepherd Cove Guardian

Taiji ist als der Geburtsort des japanischen Walfangs bekannt und jeder Besucher kann dessen Geschichte aus jedem Spalt und jeder Ritze des kleinen Fischerdorfes hervorquellen sehen. Jede Nation und jede Stadt haben das Recht, stolz auf ihre Kultur sein und die eigenen Vorfahren zu ehren. Als ein Land und eine Gemeinschaft von Menschen gemeinsam zu wachsen, bedarf Veränderungen und vernünftiger Entscheidungen. Obwohl diese Entscheidungen nicht immer klug sind, müssen wir sie annehmen und aus unseren Fehlern lernen, denn die eigene Kultur ist etwas, dessen sich eine Nation niemals schämen sollte.

Während Behauptungen, dass das Jagen von Delphinen für die letzten 400 Jahre Bestandteil der Kultur von Taiji war, teilweise wahr sind, ist es zutreffender zu sagen, dass die Popularität der Delphinjagd erst in den letzten 40 Jahren stark zugenommen hat, aufgrund der Einführung von Treibjagden mit sprengstoffbestückten Booten und der Industrie für lebende Delphine. Nichts desto trotz ist die Behauptung, dieses jährliche Massaker an tausenden dieser fühlenden Lebewesen sei Kultur und Tradition, absolut irrsinnig. Wenn die Tradition, die begangen wird, jünger ist, als diejenigen, die sie ausführen, handelt es sich weder um Kultur noch um Geschichte. In den knapp drei Monaten, die ich nun hier in Taiji vor Ort bin und in den drei Wochen zuvor, habe ich persönlich erfahren können, wie weit dieses Dorf geht, um das Blut und die Eingeweide zu verstecken, die mit einem Abschlachten dieser Größenordnung einhergehen. Wenn dies ihr kulturelles Erbe ist, warum schämen sie sich dann so sehr, dass sie es verstecken müssen? Wenn das hier wirklich ein uralter japanischer Brauch ist, warum wissen dann überhaupt nur eine kleine Anzahl von Japanern von dieser so genannten kulturellen Tradition?

Die Propaganda, welche die japanischen Medien über das Abschlachten und über unsere Rolle, sein hoffentlich baldiges Ende zu dokumentieren, verbreitet, ist gelinde gesagt voreingenommen. Man stellt die Sea Shepherd Conservation Society und die Cove Guardians als rassistisch und hasserfüllt dar. Auf der ganzen Insel werden Menschen, die zuvor keinerlei Kenntnis um das Abschlachten der Delfine in Taiji hatten, von ihrer Regierung und den Medien absichtlich fehlgeleitet zu glauben, dass die Cove Guardians hier seien, um Unruhe zu stiften und um Sea Shepherd mehr Spenden einzubringen. Das Gegenteil ist wahr, denn der Einsatz ist viel mehr eine Ausgabe, als ein Weg, Spenden einzusammeln. Die Cove Guardians erregen immer mehr Aufmerksamkeit und erhalten zunehmend mehr Unterstützung. Nichts desto trotz ist es kostspielig, sechs Monate lang einen offiziellen Repräsentanten in Japan zu unterhalten. Wir sind jenen Menschen wirklich sehr dankbar, die die Wichtigkeit dieser Kampagne verstanden haben und unsere Cove Guardians so großzügig unterstützen. Wir sind von den Spenden der Menschen abhängig, um unsere Aktionen zu finanzieren. Aber nicht alle Sea Shepherd-Campagnen bringen genug Gelder auf, um sich selbst stützen zu können. Die Umstände legen fest, dass unsere Strategie in Taiji lautet, die Situation zurzeit zu überwachen – nicht aufregend, aber ein notwendiger Bestandteil unserer Gesamtstrategie für die Delphine.

Ausschnitte eines TV Asahi - Interviews mit Sea Shepherds Cove Guardians

Die Tatsache, dass die Delphin-Treibjagden ein schmutziges Geheimnis sind, das von der Hierarchie in Japan gedeckt wird, entspringt nicht bloß meiner eigenen Meinung. Sie wird gestützt, durch die zahlreichen Japaner, die in die Bucht gekommen sind, um sich selbst von der Wahrheit bezüglich Sea Shepherd zu überzeugen. Diese Leute nehmen eine Anreise von Stunden, manchmal auch Tagen, in Kauf, um die wohlbekannten Cove Guardians mit ihren eigenen Augen zu sehen. Das Bemerkenswerte daran ist, dass die meisten dieser Japaner, die Taiji besuchen, als Freunde und Unterstützer von Sea Shepherd wieder weggehen und fortan selbst die Propaganda missbilligen, die von der Regierung des Landes veranlasst wird.

Studien haben gezeigt, dass die Mehrheit der japanischen Bevölkerung keine Ahnung davon hat, dass dieser Massenmord in ihrem Heimatland stattfindet. Es ist außerdem eine erwiesene Tatsache, dass die japanische Regierung die Öffentlichkeit unmittelbar täuscht, indem sie Delphinfleisch als Walfleisch etikettiert und auf diese Weise irreführend verkauft. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre: Delphinfleisch enthält äußerst hohe Konzentrationen von Quecksilber, welches die Menschen, die es verzehren, schwer vergiftet – darunter unter anderem Schulkinder und schwangere Mütter. Wir alle wissen, dass die Regierung eines jeden Landes ihre eigenen beschämenden Geheimnisse hat. Aber die japanische Öffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, was ihre Kinder in der Schule zu Mittag essen und sie habe das Recht darauf, zu erfahren, dass das, was sie da essen, sie vergiftet und letztendlich die nachfolgenden Generationen schädigt.

Eine aktueller Beitrag, der von TV Asahi 5 veröffentlicht, und am fünften Februar ausgestrahlt wurde, ist ein hervorragendes Beispiel für jene Propaganda, die skrupellos der breiten japanischen Öffentlichkeit verfüttert wird. Die Aussagen der Cove Guardians wurden umgedreht und gegen sie verwendet, um das Abschlachten zu befürworten. Das Filmmaterial wurde so zurechtgeschnitten, dass die Kommentare der Cove Guardians komplett aus dem Kontext gerissen wurden. Die Reporterin, eine Frau namens Yajima aus Osaka, war in die Bucht gefahren, nachdem sie von den Massakern gehört hatte, um Delphinfleisch zu probieren. Sie war von Vorneherein für die Jagd und es war ihre Absicht, die Cove Guardians als extreme Aktivisten zu zeigen, die Geld damit machen, in der Bucht zu schwimmen, Fischer zu belästigen und den Frieden zu stören.

Yajima folgte den Cove Guardians auf Schritt und Tritt. Sie wurde sogar von Mitglieder von Save Japan Dolphins erwischt, als sie sich im Gebüsch auf der verbotenen Seite der Absperrung versteckt hatte, um Save Japan Dolphins beim Dokumentieren des Abschlachtens zu filmen. Sie versuchte auch, uns Angst einzujagen, indem sie behauptete, uns dabei gefilmt zu haben, wie wir die Absperrung überwanden. Das ist eine falsche Anschuldigung, da wir uns stets im Einklang mit dem Gesetzt bewegen. Sie behauptete, sie würde das Material der Polizei vorlegen, was sie natürlich nie geschah. Aber als wir sie von unserem Material in Kenntnis setzten, das sie dabei zeigte, wie sie selbst die Absperrung überquert, wurde sie nervös und wechselte schnell das Thema. Yajima hat immer wieder aufs Neue bewiesen, dass sie eine parteiische, manipulative Reporterin ist, die alles tut – inklusive lügen und erpressen – um eine Story zu kriegen, die sie verfälschen kann, um ihre Mitmenschen dazu zu bringen, ihr zu glauben. Das ist nur ein einzelnes Beispiel für die Medienpropaganda in Reinform.

Yajimas TV Asahi–Beitrag trug den Titel „Rassisten in Taiji“, versagte aber darin, diesen starken Titel mit Beweisen zu untermauern. Auch wurde es versäumt, die Cove Guardians in dem eigentlich zutreffenden, positiven Licht darzustellen, indem man etwa erwähnt, dass wir japanisch lernen und es sogar mit den Polizisten in der Bucht üben. So hätte man zeigen können, dass wir viele japanische Freunde haben und von vielen Einheimischen geliebt und willkommengeheißen werden und dass ich ziemlich häufig in meinen Cove Guardian Updates zur Sprache bringe, wie sehr ich Japan und seine gastfreundlichen Menschen schätze.

Abseits der Kamera gab Yajima zu, früher selbst Tierforscherin gewesen zu sein und dass es sie traurig mache, die Delphine in Taiji zu sehen, obwohl sie der Ansicht sei, dass die Fischer das Recht hätten, ihrer Arbeit ungehindert nachzugehen. Wenn ich an ihrer Stelle wäre und mich in einer Position befände, die von mir verlangt, meine persönlichen Gefühle beiseite zu schieben und meinem Land und der Welt die etwas Bestimmtes zu berichten und das dazu führte, dass ich einer Sache gegenüber, die mich traurig stimmt, eine unehrliche Haltung einnähme, würde ich mich schämen, schuldig und verlogen fühlen und mir selbst nicht mehr in die Augen schauen können. Wie diese Frau nachts schlafen kann, ist mir ein Rätsel. Wie sie es fertig bringt, ihre Trauer und ihr Pflichtbewusstsein, die unverfälschte Wahrheit zu berichten, herunter zu schlucken und sich gleichzeitig dabei filmt, wie sie rohes Delphinfleisch isst, ist etwas, das ich niemals verstehen werde.

Mit der Kenntnis ob dieser Propaganda, die in Japan ihre Runden dreht, frage ich mich, was die beste Lösung des Problems ist, oder ob es überhaupt eine Lösung gibt. Die Medien sind ein mächtiger Verbündeter aber ein sogar noch mächtigerer Gegner. Ich glaube daran, dass die Wahrheit letzten Endes siegen wird. Solange die Sea Shepherd Cove Guardians ihren Kurs beibehalten und sich an die japanischen Gesetze halten, während sie weiter publik machen, was in der Bucht passiert, damit irgendwann das Fass überläuft und dieser schreckliche Akt der Unmenschlichkeit – nicht nur einem anderen fühlenden Wesen, sondern auch gegenüber den Menschen, die unwissend vergiftet werden – zu einem Ende kommt.






Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok