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26. Januar 2011

Auf und davon mit unseren Killer-Jagd-Ballons
Kommentar von Kapitän Paul Watson

Es ist schwer, die Unermeßlichkeit des großen Südpolarmeers und des Walschutzgebietes im Südpolarmeer zu beschreiben und sogar noch schwieriger, die unglaubliche Herausforderung zu beschreiben, die Walfangflotte hier unten in diesen abgelegenen, bitter kalten und feindlichen Gewässern zu jagen.
Stellt Euch vor, Ihr nähmt drei Autos und führt in Los Angeles in den USA oder Perth in Australien los. Irgendwo in einem Gebiet, das erheblich größer ist als Australien und die USA, sind vier Autos, die ihr finden müßt. Sie könnten in Fargo, Nord Dakota oder Tallahassee, Florida sein oder in Alice Springs oder Adelaide, oder sie könnten auf einem von Abertausenden Rastplätzen auf irgendeinem Highway oder einer Landstraße im Hinterland von einem der beiden Länder sein.
Mit anderen Worten, wir nehmen den Mund s e h r voll. Hunderttausende von Quadratkilometern! Und unsere Autos kommen nur mit 18 Meilen pro Stunde voran. Wo fängt man bloß an?
Als wir uns 2002 das erste Mal ins Südpolarmeer vorwagten, mißlang es uns völlig, die japanische Flotte aufzufinden, doch seitdem sind wir mit jedem Jahr stärker geworden und hatten immer bessere Ausrüstung. Jetzt sind wir mit drei Schiffen und einem Helikopter stärker als jemals zuvor und jetzt haben wir die Möglichkeit, die Waljäger zu finden und auf der Flucht zu halten.
Als sich die Greenpeace-Schiffe vor einigen Jahren in diese Gewässer hier unten wagten, setzten die Waljäger ihr grausiges Geschäft ungerührt fort, in keiner Weise abgeschreckt von den Kameras und den herausgehängten Transparenten. Greenpeace drehte einiges entsetzliche Bildmaterial von sterbenden Walen, aber ihre Kameras konnten die Schächterei nicht aufhalten. Die japanischen Waljäger behandelten Greeanpeace wie eine Belästigung, aber die Schlächterei blieb unbeeinträchtigt.
Um fair zu bleiben, die Greenpeace-Crewmitglieder waren leidenschaftlich dabei für ihre Sache, doch sie waren eingeschränkt durch die bürokratischen Zwänge ihrer Organisation und diese revisionistische Strategie des sogenannten Zeugnis-Ablegens. Nachdem schließlich klar wurde, dass das Heraushängen von Transparenten nutzlos war, zog sich Greenpeace endgültig aus dem Südpolarmeer zurück.
In den Anfangszeiten, als ich einer der Greenpeace-Direktoren und -Aktivisten war, legten wir nicht bloß Zeugnis über Grausamkeiten ab, sondern wir griffen ein. Und das ist exakt das, was Greenpeace fortwährend tut. Wir sind nicht hier unten, um das Schlachten von Walen zu bezeugen, wir sind hier um das Schlachten der Wale zu beenden. Dahingehend war es bisher ein sehr gutes Jahr. Die Waljäger konnten lediglich in eine kleine Lücke von wenigen Walfang-Tagen mit nur einem Harpunenboot schlüpfen, während sie auf der Flucht waren. Wir erwischten sie, bevor sie mit dem Walfang begannen und wir haben die Flotte nun über fast einen Monat gejagt.
Doch die große Herausforderung ist, sie zu lokalisieren. Also wie stellen wir das an?
Zuerst kennen wir das generelle Operationsgebiet ihres jährlichen illegalen Vorgehens. Es gibt zwei Gebiete. Das erste ist die Antarktikküste vom Süden Tasmaniens bis zur westlichen Küstenlinie und zur Südspitze Südafrikas. Die zweite Region, wo wir in diesem Jahr sind, ist die Antarktisküste südlich Tasmaniens, ostwärts bis zu der Region, die genau auf der anderen Seite des Rossmeers liegt.
Jedes dieser Gebiete ist immens, wahrhaftig. Ich bevorzuge das Rossmeer-Gebiet, weil die Walfangflotte dazu neigt, in diese gigantische Bucht des Südpolarmeers hinunter zu fahren und das Treibeis führt dazu, dass sie in bestimmte Bereiche abgedrängt werden. Wir tragen dann Sorge, den Ozean aus der Sicht eines Wals zu betrachten.
Als der Bankräuber Willie Sutton einmal dazu befragt wurde, weshalb er Banken ausraube, antwortete er "weil das der Ort ist, wo das Geld liegt".
Wir sagen uns, warum würde ein Wal eine bestimmte Region aufsuchen? Die Antwort ist, weil das der Ort ist, wo der Krill ist. Und daher suchen wir nach der Planktonblüte, die sehr viel mit Meeresströmungen und Temperaturen zu tun hat. Außerdem studieren wir die Eiskarten.
Mit unseren beiden Schiffen, die mit einem Helikopterdeck ausgestattet sind, bringen wie unsere Schiffe in eine Suchformation und patrouillieren mit dem Helikopter, der unsere Reichweite vergrößert. Diese Jahr wandten wir außerdem eine neue Technologie mit dem Einsatz von Wetterballons an, was sehr gut funktioniert. Die Wetterballons sind mit einer Kameraeinrichtung bestückt, gleichzeitig mit einer Ausrüstung, die Funkwellen und Radarsignale entdeckt. Mit einer Steighöhe von 30.000 Fuß senden die Ballons etliche sehr wertvolle Daten, die sich als sehr nützlich für das Auffinden der Waljäger in dieser Saison erwiesen haben.
Die beste Taktik zum Schutz der Wale hier unten im Südpolarmeer ist, die Walfangschiffe auf der Flucht zu halten, wobei sie Treibstoff verbrauchen und nur sehr wenige Wale fangen.
Der Schlüssel zur Beendigung des Walfangs ist ein ökonomischer. Die japanische Bevölkerung in's Boot zu holen ist schön und gut, aber das garantiert garnichts, weil die Waljäger sich nicht um die öffentliche Meinung scheren. Als Kanadier weiß ich, dass die Mehrheit der Kanadier gegen die ensetzliche jährliche Robbenschlachtung ist, doch die kanadische Regierung fährt fort, die Industrie zu subventionierren. Warum? Weil es nie darum geht, was die Bevölkerung will, es geht um das, was die Bürokraten und Konzerne wollen.
Hingegen ist das Kappen ihrer Profite eine Sprache, die sie verstehen, und sie nehmen es zur Kenntnis. Und Sea Shepherd hat ihre Profite in beachtlichem Maß gekappt und wird es in dieser Saison mehr als jemals zuvor tun. Das ist der Grund, weshalb die japanische Regierung ihre Hand nach den höchsten diplomatischen Bemühungen in Australien, USA, Kanada, Neuseeland und den Niederlanden ausstreckte, in dem verzweifelten Bemühen, Sea Shepherd zur Strecke zu bringen.
Die treffendste Anerkennung unserer Wirksamkeit kommt von der Japanese Fisheries Agency und dem Institute for Cetacean Research (oder Removal, Beseitigung, wie ich es gern nenne). Beide Gruppierungen haben Sea Shepherd der Kappung ihrer Fangquoten und ihrer Profie bezichtigt. Kritiker neigen dazu, bloß Meinungen ohne viel Substanz zu haben und unsere Kritiker haben das Recht, über unsere Wirksamkeit zu sagen was sie wollen. Wir müssen zur Bewertung unserer Strategien und Taktiken nur unsere wahren Feinde betrachten - die Waljäger. Den Waljägern zufolge trifft Sea Shepherd sie schmerzlich.
Ich muß zugeben, daß es mir eine Menge Freude bereitet, zu beobachten, wie dieses widerliche, bösartige schwimmende Schlachthaus, die Nisshin Maru, jedesmal verzweifelt die Flucht ergreift, wenn sie uns zu Gesicht bekommt. Diese Verzweiflung war niemals offensichtlicher als gestern, als sie sich durch die dicken und gefährlichen Eisfelder durchschlugen, in dem Versuch, von uns weg zu kommen.   
Nächstes Jahr beabsichten wir noch besser vorbereitet zu sein. Wir könnten ein drittes größeres Schiff einsetzen, eins für jedes der Harpunenschiffe. Wenn zwei Schiffe zwei Harpunenboote bei Beschäftigung halten können, können drei Schiffe alle drei Harpunenboote bei Beschäftigung halten.
Wir bemühen uns außerdem um die Anschaffung einer Anzahl von Langstrecken-Drohnen, die mit Kameras und Überwachungsradar ausgestattet sind. Dieses Jahr können die Waljäger flüchten, aber sie können sich nicht mehr verstecken - vor unseren Ballons!




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