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14. Januar 2011

Kommentar von Kapitän Paul Watson    
 

Ich sehe, dass meine jüngste Anfrage an Greenpeace, unsere Einsätze im Südpolarmeer mit einem ihrer teuren Eisklasse-Schiffe zu unterstützen, abgelehnt wurde. Ich habe kein „Nein“ erhalten, noch habe ich ein „Ja“ erhalten, aber ich nehme an, daß die Tatsache, keinerlei Antwort erhalten zu haben, als Absage gewertet werden kann. So sieht es leider danach aus, als ob demnächst kein Greenpeace-Schiff auftauchen würde.

Ein Greenpeace-Mitarbeiter ließ einem unserer Direktoren gegenüber durchsickern, ihre offizielle interne Richtlinie sei, so zu tun, als sei Sea Shepherd nicht existent. Anscheinend hat alles, was wir tun oder sagen, nicht anerkannt zu werden. In den Kampfkünsten würde man das „Vogel-Strauß-Politik“ nennen.

Es ist wirklich ein Jammer. Ein zusätzliches Schiff hätte uns nicht nur die Stärke garantiert, den Walfang hier im Südpolarmeer bis auf 100% stillzulegen, sondern es hätte auch der ganzen Welt zeigen können, daß Umweltschutzorganisationen gespannte Beziehungen diplomatisch regeln und zusammenarbeiten können, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Ich meine, wenn eins Deiner Ziele ist, Frieden zu schaffen, ist es immer ein guter Weg, damit bei Dir zuhause anzufangen.

Greenpeace hat fünf direkte Mail-Aufrufe innerhalb fünf Wochen ausgesandt, die um Spenden für die Rettung der Wale im Südpolarmeer baten; das ist Gegenstand hitziger Diskussionen und Sea Shepherd erzeugt Schlagzeilen, also warum nicht, oder?

Ein Greenpeace-Insider teilte mir mit, daß Greenpeace schlichtweg Vorteile aus der Publicity zieht, die Sea Shepherd im Südpolarmeer herstellt, um Spenden einzutreiben für ihre sogenannte wahrhaftige Kampagne zur Rettung der Wale, die, wie ich feststellen mußte, weder im Südpolarmeer noch etwa in Japan stattfindet, sondern – verwunderlich genug – in Washington D.C.

Im Folgenden der letzte Greenpeace-Aufruf von John Hocevar, der Landratte von Greenpeace-Ozeankampagnen-Direktor (mit meiner Kritik sebstverständlich):

   Lieber (Name aus der Massenmail-Liste einfügen)

   Während du dies liest, ist die japanische Walfangflotte dabei, Wale im Südpolarmeer zu töten. Genauso, wie sie es im letzten Jahr getan haben und wie sie es nächstes Jahr um diese Zeit wieder tun werden, wenn sich bei der International Whaling Commission (IWC) nichts ändert. Aber es gibt Hoffnung.

   Kapitän Paul Watson: In Wirklichkeit, John, töten sie im Südpolarmeer keine Wale, wie in deiner Anschreiben-Massenproduktion zu lesen ist. Sea Shepherd hält sie emsig davon ab, die Wale im Südpolarmeer zu töten. Tatsächlich haben sie bis jetzt im Südpolarmeer in dieser Saison noch keinen einzigen Wal erlegt. Es gibt Hoffnung. Du hast Recht. Dies wird das katastrophalste Walfangjahr überhaupt für Japan, weil unsere drei Schiffe hier unten im Südpolarmeer sind. Ich könnte eure Hilfe gebrauchen, aber ich verstehe, daß diese Origami-Wale euch am Wichtigsten sein müssen und folglich verstehe ich, daß Greenpeace es nicht hier runter schafft. Es muß schwierig sein, gleichzeitig ein Schiff zu steuern und Origami-Wale zu basteln. Ich wünschte, wir hätten ein paar Origami-Wale, John. Unglücklicherweise haben wir nur echte und während ihr eure Papier-Walfischchen bastelt, geht der Bestand der echten zurück.

   Präsident Obama hat nicht nur die Möglichkeiten, diese Veränderungen herbeizuführen; er hat schon längst versprochen, dies zu tun. Das ist, was er Greenpeace damals, in 2008, sagte:

   „Als Präsident werde ich sicherstellen, daß die U.S.A die Führung übernimmt in der Durchsetzung internationaler Wildtierschutzabkommen, einschließlich der Stärkung des internationalen Abkommens zum kommerziellen Walfang. Es ist inakzeptabel, Japan die Fortführung des kommerziellen Walfangs zu erlauben.“

   Kapitän Paul Watson: John, mal ehrlich, bist du von gestern? Du mußt dir jetzt mal klarmachen, daß das, was ein Politiker vor der Wahl sagt, immer in völligem Widerspruch zu seinen Richtlinien nach der Wahl steht. Präsident Barack Obama hat etwas getan, was nicht einmal George Bush jr. vor ihm getan hat...er hat die Wale verraten und verkauft, John! Er tat das mit seinem Kompromißvorschlag, der fehlschlug, als die Mehrheit des IWC ihn im letzten Juni in Marokko zu Fall brachte. Du erinnerst dich an den Kompromiß, John, der, den Greenpeace unterstützt hat, der, der den Walfang legalisiert hätte im Gegenzug für die Halbierung der Fangquote im Südpolarmeer. Tatsächlich hat Sea Shepherd schon längst die Fangquote halbiert, doch seit die offizielle Haltung von Greenpeace ist, daß Sea Shepherd nicht existiert, nehme ich an, das bedeutet, daß das, was wir erreicht haben, nicht stattgefunden hat. Aber hör‘ auf seine Worte, John. Obama sagte, er wolle die Führung übernehmen. Er sagte nicht, welche Art von Führung er übernehmen wolle. Wie sich herausgestellt hat, war seine Entscheidung zur Führung Kompromisse einzugehen. „Japan die Fortsetzung ‘kommerziellen‘ Walfangs zu erlauben, ist inakzeptabel“. Es sei denn, natürlich, man nennt es bei einem anderen Namen wie ‘wissenschaftlich oder kulturell‘. Wie heißt dieser neue japanische Trick? Ahhhh, ja, „unsere Eßkultur“. Wir können nicht zulassen, daß Amerika sich in unsere Eßgewohnheiten einmischt, oder? Was ich damit sagen will, seht doch was geschah, als sich Westler in die Eßkultur Borneos einmischten: was für eine Katastrophe es war, als die Menschenfresserei verboten wurde. Damals fühlten sich eine Menge Kannibalen echt angepißt, John.

   Es wird Zeit für Präsident Obama, sein Wort zu halten und die Wale zu retten. Fordert ihn auf, den kommerziellen Walfang ein für alle Mal zu beenden, indem er die IWC reformiert.

   Kapitän Paul Watson: Sein Wort halten! John, er ist Politiker, was denkst du denn? Aber ernsthaft, John, du mußt deine Energie auf die Nationen richten, die Wale töten. Die U.S.A haben keine kommerzielle Walfangindustrie. Walfleisch ist in Amerika illegal, John. Findest du es nicht seltsam, in einem Land gegen Walfang zu prostestieren, das gar keinen Walfang betreibt? Greenpeace geht ständig gegen den Imperialismus der U.S.A an und dagegen, anderen Ländern sagen zu wollen, was sie zu tun haben und hier fordert ihr die U.S.A auf, Japan zu sagen, was es zu tun habe. Das kapier‘ ich nicht, John.

   Gestern habe ich persönlich dem Weißen Haus einen Besuch abgestattet um einen Brief loszuwerden, der die Ergebnisse einer Umfrage darstellt, die wir kürzlich durchführten. Die Ergebnisse sprechen für sich selbst. Eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner - 83% - wollen, daß der Präsident zu seinem Kampagnenversprechen steht, das internationale Verbot kommerziellen Walfangs zu bestärken.

   Kapitän Paul Watson: Wow, echt, John! Ich wünschte ich hätte dabeisein können, um den Brief mit dir loszuwerden. Von hier unten aus, auf dem rollenden Deck meines Schiffes, der Steve Irwin, kann ich nur wünschen, ich wäre dort in Washington D.C. gewesen, wo offensichtlich das wahre Geschehen stattfindet. Mein Gott, John, hast du den Mann zu sehen gekriegt – oder irgendwen von seiner Administration? Wahrscheinlich nicht, wenn man in Betracht zieht, daß du nicht der japanische Botschafter bist, aber gut gemacht, John, daß du es wenigstens versucht hast. Ich frage mich, ob ihm die Origami-Walfischchen gefallen haben?

   Ich habe mir gedacht, es sei wichtig für den Präsidenten und seine Administration, zu wissen, welchen klaren Standpunkt die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich dieser Frage hat. Das ist nichts, was man ignorieren könnte oder das sich in Luft auflösen wird.

   Kapitän Paul Watson: Ich weiß nur, daß der Präsident der Vereinigten Staaten nachts wach liegt und sich den Kopf zerbricht über die Japaner, die im Südpolarmeer Wale töten. Das dürfte verdammt noch mal das Hauptanliegen auf seiner Agenda sein. Als ob er nicht genug außenpolitische Fragen hätte, über die er sich Gedanken machen kann, ohne sich die Probleme Japans aufzuladen. Tatsächlich, denke ich, ist die U.S. Walfang-Abgeordnete Monica Medina eher befaßt mit der ungesetzlichen Nutzung der Bundesfinanzbehörde als Waffe für Japans Forderung, Sea Shepherd in Bedrängnis zu bringen. Tatsächlich ist Japan verärgert, daß Sea Shepherd ihre Fangquoten vermindert und sie Geld kostet und sie wollen, daß die U.S.A etwas dagegen tun. Ich frage mich, ob die Japaner dem Präsidenten auch kleine Origami-Walfischchen schicken mit Botschaften wie „halten Sie uns Sea Shepherd vom Hals“ ?  

   Du spielst dabei eine wichtige Rolle. Der Präsident muß deine Stimme hören und die Stimme von jedem, der die Wale retten will. Hilf mit, die Zustellung von gestern eindringlicher zu machen, indem du dem Präsidenten heute eine Botschaft sendest.

   Kapitän Paul Watson: Spielst du eine wichtige Rolle, John? Denkst du, ich könne etwas verändern? Ich würde gerne, wie du weißt, etwas verändern, aber unglücklicherweise bin ich hier unten vor der antarktischen Küste und diese lästigen Walfangschiffe halten mich davon ab, zum Weißen Haus zu kommen, wo das wahre Geschehen stattfindet. Unsere Origami-Gruppe wurde gestern tatsächlich unterbrochen, als ein Harpunenschiff versuchte, unseren Hubschrauber mit einem Wasserwerfer zu zerstören; wie frustrierend.

   Aber ich verstehe deinen Standpunkt hinsichtlich der Notwendigkeit, eine Botschaft zu senden. Ja, meine Damen und Herren, das ist die Gelegenheit für Sie, etwas zu verändern. Ergreifen Sie Maßnahmen und senden Sie Ihr Papier-Walfischchen an Präsident Obama. Damit werden Sie es ihm richtig zeigen, indem sie ihm mit Origami ordentlich den Hintern versohlen.

   Wir müssen diesen Teufelskreis durchbrechen. Um die Wale ein für alle Mal zu retten, müssen wir den Walfang ein für alle Mal beenden. Das bedeutet, keine japanische Walfangflotte, die nächstes Jahr ins Südpolarmeer fährt und es bedeutet, die IWC zu reformieren. Präsident Obama hat die Macht, das zu bewirken. Und gemeinsam haben wir die Macht, ihn zur Einhaltung seines Versprechens zu bewegen.

   Kapitän Paul Watson: John, laß‘ mich dir sagen, wie man den Teufelskreis durchbricht. Du triffst sie an dem einzigen Punkt, den sie verstehen – ihren Bankkonten. Indem wir ihre Fangquoten vermindern, kosten wir sie ihre Profite. Das könnte falsch sein, will sagen, die Macht von Origami-Walen ist bewundernswert, ich weiß, aber wir versuchen hier am Ende der Welt unseren kleinen Beitrag zu leisten. Ich mag besonders die Stelle, an der du sagst, um die Wale zu retten, müssen wir den Walfang beenden. Das ist eine tiefgründige und anspruchsvolle strategische Erkenntnis, John!    

   Es ist an der Zeit, die IWC dazu zu bringen, daß sie für die Wale kämpft und nicht für die Walfänger.

   Kapitän Paul Watson: Ich erinnere den obigen Satz aus der Greenpeace Mail-Aussendung von 1978, und der von 1988 und ebenso der von 1999. Aber, John, die IWC hat niemals für die Wale gearbeitet, sie arbeitet gerade nicht für die Wale und sie wird niemals für die Wale arbeiten. Die IWC repräsentiert die Walfangindustrie und der Begriff Industrie verträgt sich nicht gut mit dem Begriff Umweltschutz.

   P.S. Im letzten Frühling erlangten wir die Aufmerksamkeit des Präsidenten. Wir können das wieder tun, aber es verlangt die gleiche Art von Anstrengung. Bitte leite dies an jeden weiter, von dem du weißt, daß er Wale liebt, wenn du aktiv wirst.

   Kapitän Paul Watson: Okay, also du hast seine Aufmerksamkeit errungen und du hast was genau damit angefangen? Was war das Ergebnis der Erlangung seiner Aisfmerksamkeit im letzten Frühling? Wenn es eine sinnvolle Unternehmung war, seine Aufmerksamkeit zu erringen, warum ist es dann nötig, diese seine Aufmerksamkeit auf’s Neue zu erringen? Du weißt, John, ich bin ein Gründungsmitglied von Greenpeace. Ich war auf dem Schiff bei der ersten Kampagne vor Amchitka 1971. Ich war der Erste Offizier, als wir das erste Mal gegen die sowjetischen Walfänger antraten, 1975. In dieser Zeit haben wir, glaube ich, niemals erwogen, als „Aktionsform“ Origami-Walfischchen zu basteln und Briefe zu verfassen. Nur die bloße Erwähnung eines solchen Vorhabens hätte uns vor Lachen auf dem Deck herumkugeln lassen.

   Ich weiß, John, ich bin noch von der alten Schule, ein Rückblick auf die alten Zeiten, als Greenpeace noch echte Harpunen blockierte statt virtueller. Du kannst die Bilder von mir in den Archiven finden, falls sie bisher noch nicht durch die dienstlich verordnete Chronik zensiert wurden. Ich sehe ein, daß ich degradiert worden bin, jedenfalls in der „neuen Geschichtsschreibung“ von Greenpeace, vom Gründungsmitglied zu einem sogenannten frühen Mitglied, aber ich erinnere mich sehr wohl an die Tage, als wir noch wußten, was es heißt, wirklich etwas zu unternehmen zum Schutz der Wale. Tatsächlich tue ich das noch immer. Aber ich vergaß, daß du damals erst vier Jahre alt warst, sodaß du dich höchstwahrscheinlich nicht an diese Tage erinnern kannst, als echte Harpunen über unsere Köpfe flogen und die Konfrontation mit Waljägern noch mehr war als bloß ein Videospiel.

   Ich liebe es, wenn du sagst, „wir“ haben den Kampagnen zur Beendigung des Walfangs den Weg bereitet, „wir“ waren die ersten, die unseren Körper in die Schußlinie zwischen Harpunen und Wale brachten, und „wir“ waren die ersten, die „Protestaktionen“ zur Rettung der Wale unternahmen. Was genau meinst du mit „wir“, John? Ich kann mich nicht erinnern, daß einer von euch damals mit uns in diesen Booten gewesen wäre. Nenne mir doch einen der gegenwärtigen Direktoren oder aktiven Greenpeace-Mitglieder, die an diesen Seereisen teilgenommen hätten, John. Du bist wie ein 20-jähriger Bettler, der an der Straßenecke steht und um Geld bettelt und behauptet, ein Vietnam-Veteran zu sein. Du warst nicht dabei, John, also laß‘ es bitte bleiben, das Wort „wir“ in diesem Kontext zu benutzen. Das ist eine Belästigung von uns echten Veteranen.

   Wie auch immer, John, vielleicht kannst du das weitergeben an deine Gang auf der Straße, wo ihr Geld für die Wale sammelt. Erzähl‘ ihnen, daß in dieser Saison keine Wale getötet wurden. Erzähl‘ ihnen, daß die Versorgungswege für die Walfangflotte gekappt worden sind. Erzähl‘ ihnen, sie sollen auf die Straße gehen und die Heilsbotschaft verbreiten, daß Greenpeace die Whale Wars gewinnt, mit Videospielen und Origami-Walfischchen, und daß Sea Shepherd bloß ein Mythos ist.






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