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06. Januar 2011

Kommentar von Captain Paul Watson


Wenn es um das Abschlachten wehrloser Wale mit Hilfe von high-tech Waffen und hochentwickelten Ortungsgeräten geht, verhalten sich die japanischen Walfänger wie große starke Ninjas, die all ihr Machogehabe zum Besten geben, während sie tödliche explosive Harpunen in das Fleisch von unschuldigen Walen feuern, um dann ihre Körper mit Hochleistungsgeschossen zu durchlöchern.

Wenn es dann jemand wagen sollte ihre feigen und grausamen Machenschaften zu hinterfragen oder sie gar herauszufordern, jammern sie wie ängstliche und verwöhnte kleine Schulkinder in Richtung Big Daddy – ihrer Regierung in Tokyo. Oder noch schlimmer, sie betteln für Gefälligkeiten von ihrem schwachen Uncle Sam (den USA). Es war übrigens Uncle Sam selbst, verkörpert durch General Douglas MacArthur, der die sogenannte Tradition des japanischen Walfangs auf hoher See in der Antarktik 1946 einleutete. Und jetzt flennen die Walfänger wie kleine Schuljungen in ihren Badewannen und schreien “Sea Shepherd hat mich gehauen, Uncle Sam. Du musst ihnen ihre Erlaubnis wegnehmen”.

Die Bürokraten der japanischen Regierung sind regelrecht davon besessen, Sea Shepherd zu zerstören. Eine ganze Nation scheint Krieg erklärt zu haben gegen eine kleine private Umweltschutzorganisation, um uns und unsere Fähigkeit zu zerstören, das Leben auf hoher See zu verteidigen.

Dies zeigt uns, dass wir etwas bewirken. Die japanischen Walfänger haben zugegeben, dass wir sie davon abhalten, ihre (illegale) Fangquote zu erreichen. Sie mögen Sea Shepherd nicht. Kann gut sein, dass viele Menschen Sea Shepherd nicht mögen – das habe ich schon verstanden. Indem man uns mit der ganzen Macht Japans konfrontiert und Sea Shepherd zu einem Thema höchster diplomatischer Gespräche macht, ist als ob man uns den Nobelpreis für Aktivismus verleiht. Wir fühlen uns in der Tat sehr geehrt.

Die japanischen Walfänger verspotten den Titel unserer erfolgreichen TV Serie und gleichzeitig veröffentlichen sie Pressemitteilungen, die wie Nachrichten aus einem gerade unter schwerem Bombardement stehenden Kriegsgebiet aussehen (mehr dazu in der Pressemitteilung am Ende dieses Kommentars).

Der neueste Pressebericht des Institute for Cetecean Research (ICR), oder auch wie von mir bevorzugt als “Institute for Cetecean Removal” bezeichnet, liest sich wie eine Mitteilung aus einem Kriegsfilm, wenn man das dämliche Wort “Research” herauslässt: “ein japanisches Schiff war heute Ziel eines Angriffs durch den provisorisch unter australischer Flagge stehende Trimaran Gojira. Der Angriff began um etwa 17:00 Uhr JST und dauerte bis zirka 19:00 Uhr JST an.”

Sea Shepherd verwendet bereits seit sechs Jahren dieselben Taktiken und Ausrüstung, dennoch liest sich der Bericht als ob sie solche “Gewalt” noch nie zuvor erlebt haben.

“Aktivisten an Bord der Gojira näherten sich dem japanischen Schiff und feuerten mehrere Projektile mit Hilfe von Raketenwerfern.”

Könnt Ihr Euch in etwa die Mörser und Bazookas vorstellen, die die wehrlosen Walfänger abknallen?

Zur gleichen Zeit wartete die Steve Irwin im “Schatten” eines Eisberges. Wo wir gerade von der gefürchteten, hinterhältigen Tat auf dunkler und tiefer See sprechen…und aus dem versteckten Hinterhalt heraus, schickte ich unseren Hubschrauber, um den Angriff zu dokumentieren. Wahrscheinlich nur, um Beweis für das gewaltsame Vorgehen von Sea Shepherd zu bekommen, damit die australische Bundespolizei – auf Wunsch der japanischen Regierungsstellen - das Filmmaterial bei unserer Rückkehr nach Australien beschlagnahmen kann. Wir lieben es uns selbst durch das Dokumentieren unserer “Verbrechen” zu belasten.

Und, wie immer, berichteten die Walfänger, dass es keine Verletzungen oder Schäden an den japanischen Schiffen gab, der “Angriff” jedoch von den friedliebenden Walfängern, die nie auch nur einer Fliege Leid zuführen würden (es sei denn, sie würde auf dem Rücken eines Wals landen) verurteilt wird. Wenn es keine Verletzungen und keine Schäden gab, was soll dann bitte all das Gejammere?

Die Art und Zusammensetzung der “Projektile” erschien den Walfängern als ein großes Mysterium. Ich kann behaupten, dass die tödlichen Raketen tatsächlich verfaulte Kartfoffeln und Tomaten waren. Die Australier sprechen “tomato” mit einem kurzen “a” aus, die japanischen Walfänger nennen sie kurzum “tödliche Projektile”. Ich glaube, dass hier Teile der korrekten Übersetzung fehlen. Der “Rakentenwerfer”, wie auf dem Foto der ICR Webseite gezeigt, ist tatsächlich eine einfache, geflochtene Steinschleuder.

Die Bedenken von erbärmlicher Angst und Überraschung wurde gefolgt von der üblichen “wir töten Wale legal” – Nummer, welche die Walfänger so oft wiederholen, dass sie tatsächlich anfangen sie zu glauben.

Dann schreiben sie die üblichen Forderungen an die Niederlande und Australien, dass Sea Shepherd gestoppt werden muss. Forderungen, die auf taube Ohren stoßen – aus dem einfachen Grund, dass Sea Shepherd kein Verbrechen begangen hat. Fakt ist, dass selbst Japan keine Anklage gegen Sea Shepherd erhoben hat. Wie können sie also von den Holländern und Australiern verlangen, den kriminellen Aktivitäten ein Ende zu setzen, nur weil die Walfänger behaupten diese Aktivitäten seien kriminell? Es ist wie ein Haufen Bankräuber, die die Polizei anschreien den Mann festzunehmen, der versucht hat sie zu stellen als sie mit dem Geld aus der Bank liefen.

Ich erinnere mich an einen wütenden Kritiker, der von mir verlangte zu erklären, wie ich nachts schlafen könne nachdem ich den wehrlosen Walfängern – die doch nur versuchten ihren Job zu machen - so viel Gewalt antat. Als ob das Wort “Job” jegliche Form von Unmenschlichkeit gerechtfertigen würde.

Ich muss zugeben, dass ich mich tatsächlich schuldig fühle, wenn ich nachts wach bin und mir vor Augen führe, dass die Holländer und Australier uns stoppen müssen bevor wir – “zitter” – einen weiteren Wal retten. Ich bekomme kalte Schweißausbrüche, wenn ich über den Horror unseres Verhaltens und unserer verachtenswerten Verbrechen gegen den Walfang nachdenke. Manchmal denke ich darüber nach, wie ich weiterhin mit dem Wissen, dass die Walfänger von Japan und ihre Unterstützer mich hassen, leben kann. Ich fürchte, dass diese Verzweiflung ausreicht, mich zu einem Alkoholiker zu machen, der sich ins Delirium und ewige Verdammung säuft.

Manchmal erwache ich mitten in der Nacht und rufe “Nein, nein, haltet mich auf bevor ich eine weitere Harpune zerstöre. Haltet mich auf bevor ich einen weiteren Wal rette!” Aber ich kann mit der Verdammung, den Albträumen und dem Horror meiner teuflischen walrettenden Taktiken gut leben, wenn ich dadurch auch nur einen Tag des Lebens für einen Wal erwirken kann.

Krieg tut all dies zum Bewusstsein eines Menschen, indem er einem die Fähigkeit gibt, das Leiden der Walfänger, die sich anstrengen durch Mord ihre illegalen Profite zu machen, zu ignorieren. Mein Herz ist mittlerweile bitterkalt für das Elend ihrer finanziellen Schwierigkeiten und meine Tränen haben aufgehört im Angesicht ihrer erbärmlichen Qualen zu fließen, weil sie nicht mehr ihre Blutquoten und Bankkonten füllen können.

Ich bin mir bewusst geworden, dass ich ein Mann bin, der mit Mitgefühl als Sünde gestraft ist und der dem Untergang geweiht ist, des Teufels dunkle Arbeit – des Umweltschutzes – zu vollziehen. Nach sieben Jahren Kampf für diese überaus sensiblen, feinfühligen Seelen in diesen kalten Gewässern des Walschutzgebietes im Südpolarmeer, gebe ich zu, dass ich unsensibel für die Bedürfnisse der Walfänger geworden bin.

Alles was ich weiss ist, dass das, was wir hier unten in diesen abgelegenen und tückischen Gewässern tun, dem alleinigen Zweck des Schutzes vom Leben der Wale in einem bestehenden internationalen Walschutzgebiet und dem Verhindern von Profitmacherei durch Wilderer dient.

Ich weiss nicht, warum ich diese blöde Idee habe, dass Wale in einem Walschutzgebiet geschützt werden sollten oder dass Walfang in einem Walschutzgebiet nicht erlaubt sein sollte. Vielleicht ist mein Verständnis des Wortes Schutzgebiet ein anderes als das von anderen Menschen.

Und vielleicht liege ich falsch mit der Annahme, dass Wale, als intelligente und hochentwickelte Lebewesen, das Recht auf ein ungestörtes Leben – sicher vor Serienmördern – haben sollten. Oder vielleicht liege ich auch einfach falsch, weil ich die Kultur der Serienmörder nicht respektiere, die meinen, dass es ihr natürliches Recht ist, ein Schutzgebiet tausende von Meilen entfernt von ihrem eigenen Land einzunehmen und das Meer mit heissem Blut zu tränken. Vielleicht liegen meine Mannschaft und ich falsch mit dem, was wir hier für die Wale tun?

Ich gebe zu, dass ich es nicht weiss und es mir auch egal ist! Alles was ich weiss ist, dass es sich gut, ich meine sehr, sehr gut anfühlt zu wissen, dass hier Wale im Ozean frei um uns herum schwimmen, die ohne unsere Interventionen tot wären.

Und offen gesagt, falls jemand nicht einverstanden ist mit dem was wir tun, um Wale im Schutzgebiet des Südpolarmeers zu retten, falls sie mit unseren Gründen warum, wo, wann oder wie wir dies tun, nicht einverstanden sind, kann ich nur sagen, dass wir niemanden verletzt und kein einziges Gesetz gebrochen haben. Darum ist es mir total egal.

Für die Walfänger, kommt schon Jungs; seid ihr nicht vom Land der gelassenen Samurai? Also lasst doch das erbärmliche Gejammere, es ist wirklich peinlich. Ihr bringt Schande über eure gesamte Nation mit eurem ständigen Jammern und albernen Angewohnheit, jede kleinste Belästigung und Einmischung als “Terrorismus” zu bezeichnen. Wie würdet ihr bloß mit einem wirklichen Terroranschlag zurechtkommen? Hmmmm…wahrscheinlich so, wie ihr euch uns gegenüber verhaltet – ihr würdet zu Uncle Sam laufen und auf seinem Schoß nach Hilfe rufen.

Ich denke es ist an der Zeit, dass ihr aufhört euch lächerlich zu machen und anfangt etwas wirklich Ehrenhaftes zu tun. Das wäre nach Hause zurückzukehren und das Schutzgebiet und seine Wale in Ruhe zu lassen. Es ist an der Zeit, kindliche Dinge wie Harpunen und blöde hysterische Presseberichte beiseite zu legen und es ist auch an der Zeit, dass ihr euch alle richtige Arbeit sucht, die nicht solch Grausamkeit, Metzelei und Verschwendung von Ressourcen beinhaltet.

Und wenn Ihr schon mal dabei seid, hört auch auf die Delfine in Taiji zu Tode zu prügeln und foltern – ihr feigen, schlachtenden Tyrannen!



Die folgende Pressemitteilung wurde vom Institute of Cetacean Research herausgegeben:

Pressemitteilung vom 5. Januar 2010

Japanisches Schiff Yushin Maru Nr. 2 attackiert von Anti-Walfang Trimaran

Die Yushin Maru Nr. 2, ein unter japanischer Flagge stehendes Walforschungsschiff in der Antarktik, war heute Ziel eines Angriffs durch den provisorisch unter australischer Flagge stehende Trimaran Gojira. Der Angriff began um etwa 17:00 Uhr JST und dauerte bis zirka 19:00 Uhr JST an.

Aktivisten an Bord der Gojira näherten sich dem japanischen Schiff und feuerten mehrere Projektile mit Hilfe von Raketenwerfern ab. Die Aktivisten warfen auch einige Projektile von Hand. Zusätzlich ließ die Gojira Metalltaue ins Wasser, um den Propeller und das Ruder der Yushin Maru Nr. 2 ausser Gefecht zu setzen.

Ein weiteres Sea Shepherd Schiff, die Steve Irwin (SI), wartete in der Nähe im Schatten eines Eisberges. Die SI nahm nicht an dem Angriff teil, aber schickte ihren Hubschrauber, um den Angriff aus der Luft zu filmen.

Es sind weder Verletzungen der japanischen Mannschaft noch Sachschäden des japanischen Schiffes durch den Angriff der Aktivisten zu verzeichnen. Die Art und Zusammensetzung der Projektile konnte bislang nicht geklärt werden, da keine von ihnen auf der Yushin Maru Nr. 2 landeten.

Japan’s Walfang zu Forschungszwecken (JARPAII) ist eine vollkommen legale Aktivität unter der Internationalen Richtlinie zur Regulierung des Walfangs (ICRW). Das Institute of Cetacean Research verurteilt die Sea Shepherd Conservation Society und deren andauernden gefährlichen und gewaltsamen Aktivitäten gegen die japanischen Walforschungsschiffe in der Antarktik auf das Schärfste.

Wir fordern alle Länder inklusive den Niederlanden, unter deren Flagge die Steve Irwin segelt, und Australien, dessen provisorische Flagge von der Gojira genutzt wird, sowie die Heimathäfen dieser Schiffe auf, die gefährlichen Aktivitäten der Sea Shepherd Conservation Society nicht länger zu dulden und jede erdenkliche Maßnahme zu ergreifen, sie an ihren Aktionen zu hindern. Des Weiteren fordern wir diese Länder auf, sich den kriminellen Aktivitäten der SSCS in einer strengen und objektiven Weise, entsprechend ihren internationalen Verpflichtungen, anzunehmen.






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