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Archivfoto: Ein gerade gefangener Zwergwal wird über die Gleitbahn des japanischen Walfang-Fabrikschiffes „Nisshin Maru“ gehievt, während das Harpunenschiff „Yushin Maru No 2“ knapp dahinter fährt. Foto: Sea Shepherd/Adam Lau23. Juni 2015: IWC stösst Japans Walfangpläne in den Abgrund
Kommentar von Sea Shepherd Gründer, Captain Paul Watson

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat am Freitag beschlossen, dass Japan keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten geliefert hat, um den irrwitzigen Anspruch aufrechtzuerhalten, das Töten von Walen im Südpolarmeer sei seriöse wissenschaftliche Forschung.

Die Kommission fordert nun weitere Daten, um den Antrag Japans an die IWC, Wale unter dem Vorwand des wissenschaftlichen Walfangs töten zu dürfen, zu begründen.

Im letzten Jahr beschloss der Internationale Gerichtshof (IGH), dass es keine wissenschaftliche Begründung des japanischen Walfangs zu sogenannten „Forschungszwecken“ gibt.

Im letzten Jahr schloss sich die Internationale Walfangkommission diesem Beschluss an, und verneinte den japanischen Anspruch, Wale zu töten. In der Saison 2014-2015 wurden im Südpolarmeer keine Wale durch Japan getötet. Dies war das erste Mal seit 1945, dass in antarktischen Gewässern kein einziger Wal umgebracht wurde.

Wird Japan nun dem internationalen Recht und der öffentlicher Meinung ins Gesicht spucken? Werden sie versuchen, ihre hochsubventionierte Walfangflotte im Dezember wieder nach Süden auszusenden, um 333 Zwergwale im international anerkannten Antarktischen Walschutzgebiet ins Visier zu nehmen? Werden sie dies unter Bruch des internationalen Moratoriums zum kommerziellen Walfang tun? Werden sie damit fortfahren, das australische Bundesgericht zu missachten?

Oder werden sie vor dem Hintergrund einiger Erfolge in den US-Gerichten dem IGH und der IWC empfehlen, sich zu verziehen?

Sea Shepherd konnte die japanischen Walfänger seit 2005 am Fang von mehr als 6.000 Walen hindern. Die Japaner haben ihre Ansprüche, Buckel- und Finnwale zu fangen, fallengelassen. Sie haben sogar entschieden, ihre Fangquote von 935 auf 333 Zwergwale zu verringern, wenn sie mit ihren Todesmaschinen zur Küste der Antarktis zurückkehren.

Doch der japanische Stolz und die Unfähigkeit, angesichts der internationalen Verurteilung, nachzugeben, treibt sie weiterhin in irrationale Entscheidungen, die absolut keine positiven ökonomischen Konsequenzen haben.

Japans Walfang kann nur überleben, wenn er gestützt wird von enormen Regierungssubventionen und der Bereitschaft, vom grössten Teil der Weltbevölkerung als Wal-mordende Aussenseiter angesehen zu werden.

Archivfoto: Blut läuft aus den Speigatten des japanischen Walfang-Fabrikschiffes „Nisshin Maru“, nachdem ein gerade gefangener Zwergwal auf dem Deck geschlachtet wurde. Foto: Sea Shepherd/Adam LauDas Urteil des IGH zu missachten, wird Japan nicht helfen, wenn die territorialen Streitigkeiten mit China über die Inseln des Südchinesischen Meeres dann auch vor eben diesem IGH enden. Ein Staat, der dem IGH so den Mittelfinger zeigt, wird es schwer haben, den IGH davon zu überzeugen, überhaupt irgendwelchen Respekt vor dem internationalen Recht zu haben.

Vielleicht können sie sich einfach nicht selbst helfen. Japan hat die Kapitulation am Ende des 2. Weltkrieges niemals wirklich zugegeben. Kaiser Hirohito verwendete niemals das Wort „Kapitulation“. Er sagte: „Die Kriegs-Situation hat sich nicht unbedingt zu Japans Vorteil entwickelt.“

Die Absicht des Militärs war, dass alle japanischen Bürger zur Verteidigung der Würde Japans und der Heiligkeit der kaiserlich-japanischen Ideologie in den Tod gehen sollten. Nach den Generälen sollten die 100 Millionen japanischen Bürger einen Tod empfangen, der in seiner Tragik schön sei, „wie zersplitterte Juwelen“.

Das Militär machte grosse Anstrengungen bei seinem Versuch, den Kaiser davon abzuhalten, den Krieg zu beenden. Sie gingen sogar soweit, in den Palast einzudringen, und nach der Aufnahme der Rede des Kaisers zu suchen. Der Kaiser hatte die Rede auf einem Tonaufzeichnungsgerät aufgenommen, dass in einem Korb mit Frauenunterwäsche aus dem Palast geschmuggelt wurde, und später an die Nation ausgestrahlt wurde.

Kaiser Hirohito rettete dadurch sein Volk, und beendete einen nationalen Wahnsinn, der 20 Millionen Asiaten das Leben gekostet hatte, 3,1 Millionen Japanern, und 60.000 westlichen Verbündeten. Er wurde buchstäblich als „heiliger Krieg“ gefochten.

Unglücklicherweise ging diese Art des Stolzes, die Japan in eine derartig sinnlose Orgie der Gewalt geführt hatte, nach dem Krieg mit der Leugnung des „Massakers von Nanking“, dem Leugnen des sexuellen Missbrauchs und Mordens von koreanischen und chinesischen „Trostfrauen“ und der Leugnung von Kriegsverbrechen weiter. Japanische Schulbücher vertuschten die Gräueltaten einfach, als ob sie nie geschehen wären.

Die ultranationalistische Bewegung überlebt so mit all ihren rassistischen Einstellungen der Überlegenheit bis heute.

Und unglücklicherweise ist die Frage des Walfangs ein Symbol der japanischen nationalistischen Unnachgiebigkeit geworden. Den Walfang aufzugeben, ist eine Form der Kapitulation, und Kapitulation gehört nicht in eine Welt, die die Japaner jemals wirklich anerkannt haben.

Ebenso, wie von den japanischen Bürgern verlangt wurde, für eine wahnsinnige Form des Ultranationalismus zu sterben, werden die Wale heute geopfert, um den japanischen Stolz aufrechtzuerhalten. Heute sind es die Wale und Delfine, die als „zersplitterte Juwelen“ des Meeres herhalten.

Heisses Walblut wurde dampfend in die kalten Gewässer des Südpolarmeeres gegossen, als Opfer für diesen Stolz. Messer schlitzen die Kehlen von Delphinen auf in Taiji, während ihre Schreie in der Bucht widerhallen, als ritueller Opfermord, der in die Welt hinausschreit: „Wir werden niemals kapitulieren, wir werden tun, was wir wollen, wenn auch nur, um unsere Verachtung für jene zu verkünden, die der Nation Unehre und Demütigung brachten.“

Heute werden diejenigen, die es wagen, die Leben von Walen und Delphinen zu verteidigen, als Feinde Japans angesehen, und dementsprechend behandelt.

Ich weiss dies aus erster Hand, denn Japan benutzt seine wirtschaftliche und politische Macht, um mich persönlich zu verfolgen.

Und dafür müssen die Delphine das nicht Duldbare erdulden, und die Wale müssen das Unerträgliche ertragen, genauso, wie der Kaiser diese exakten Wörter beim Beginn der amerikanischen Besatzung zu seinem Volk sprach.

Um fair zu sein, es war General Douglas MacArthur, der Japans Walfangflotte nach dem Krieg formierte, als ein Mittel, um billige Proteine für die Japaner zur Verfügung zu stellen. Aber dies wurde von den Amerikanern vor 65 Jahren beschlossen, und ist dann irgendwie als „Tradition“ vereinnahmt worden.

Die Wahrheit ist, dass Japan vor dem 20. Jahrhundert keine Tradition des Walfangs hatte. Die ersten kommerziellen, küstenbasierten Walfangoperationen in Japan wurden 1911 von Norwegern eingeführt und mit norwegischem Personal ausgestattet.

Es gab tatsächlich einige Orte, wo der Walfang praktiziert wurde. In Wakayama und im Norden, vom indigenen Volk der Ainu in Hokkaido. Merkwürdigerweise ächtete Japan die traditionelle Wal- und Lachsjagd der Ainu, und verkündete gleichzeitig, dass die traditionellen Walfänge in Wakayama nun die Tradition einer Nation seien, die vor dem zweiten Weltkrieg noch nicht viel vom Walfang wusste.

Die Behauptung, nur weil der Walfang von einigen Dörfern in Wakayama ausgeübt wurde, sei dies die Grundlage für eine nationale Tradition, ist so, als würde man behaupten, dass Klapperschlangen-Rodeos in Texas oder Sporttaubenschiessen in Pennsylvania eine nationale Tradition in den USA sei.

Joji Morishita ist das primäre Sprachrohr der Walfangindustrie. Er verteidigt den Walfang rigoros, und spart keinen propagandistischen Aufwand, um ihn zu verteidigen.

„Wenn wir hören, dass der Rest der Welt gegen Japan ist, dann sagen wir: ,Warte, warte. Was ist der Rest der Welt?' Als Regierung können wir nicht zu unseren Interessengemeinschaften sagen: ,Gebt eure Art zu leben auf, denn die westlichen Mächte und irgendwelche Aktivisten sagen, dass das hier ein intelligentes Tier ist.' Wir sind bereit, den Lebensstil für unsere kleinen Interessengemeinschaften zu verteidigen.“

Dennoch räumt er ein, dass Japan dasselbe Prinzip nicht seiner eigenen indigenen Ainu-Gemeinschaft zugesteht.

Wieviel länger werden die Wale und Delphine das Unerträgliche noch ertragen, für die Sünde des japanischen Stolzes sterben zu müssen? Wieviel länger sollen sie noch im Namen des Nationalismus brutal ermordet werden?

Wir verlangen von Japan keine Kapitulation. Wir sagen einfach nur, dass die gnadenlose Abschlachtung von Walen und Delphinen sich nicht zu Japans Vorteil entwickelt.




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